TROTZ CORONA

Vor allem Ältere sind heiß auf neue Volkhochschulkurse in Demmin

Der erste Kurs des neuen Semesters der Demminer Volkshochschule (VHS) beginnt in wenigen Tagen. Für andere ist noch etwas Zeit, um Lösungen für den Corona-Betrieb zu finden.
Vor Beginn des ersten Kurses Mitte August haben Anja Ziese, Ingeborg Kasch und Metin Erkal die Räumlichkeiten für da
Vor Beginn des ersten Kurses Mitte August haben Anja Ziese, Ingeborg Kasch und Metin Erkal die Räumlichkeiten für das Lernen auf Abstand vorbereitet. Christine Gerhard
Demmin.

„Wir sind in die Ferien gegangen mit der irrsinnigen Vorstellung: Wenn wir wieder zurück sind, ist alles beim Alten“, erinnert sich Ingeborg Kasch, Leiterin der VHS-Außenstelle Demmin. Doch die Corona-Pandemie ist noch da, ebenso die Hygieneregeln, und so startet das Semester 2019/2020 anders als die vorherigen.

Nach dem Eintreten müssen alle erst einmal ihre Hände waschen. Auf den Fluren herrscht Maskenpflicht, nicht aber in den Klassenräumen. Die hat Ingeborg Kasch mit ihrem Team so umgestaltet, dass die Schüler im Mindestabstand voneinander sitzen. Zehn Teilnehmer können so in dem größten Raum lernen, wo vorher Platz für 14 war. Bisher mussten sie jedoch nur einer Teilnehmerin vorerst absagen. Sie kommt auf die Warteliste.

Kochen mit Maske macht keinen Spaß

„Wenn sich genug Interessierte melden, versuchen wir, noch einen Kurs anzubieten und einen Raum zu finden“, so Ingeborg Kasch. Sie überlegt auch, Kurse zu teilen, damit mehr Teilnehmer von den Angeboten profitieren. Die Veranstaltungen könnten dann in einem 14-Tages-Rhythmus stattfinden, alternativ könne auch über zusätzliche Termine nachgedacht werden. So ist das VHS-Team zuversichtlich, dass alle Anmeldungen berücksichtigt werden können.

Nicht alle Kurse jedoch sind zu Corona-Zeiten möglich. Die Wassergymnastik im Krankenhaus etwa muss ausfallen. Auch ein Raum in Dargun ist der VHS bereits weggebrochen, weil die Stadt aus Hygienegründen vermeiden will, dass zu viele verschiedene Gruppen in der Schule ein- und ausgehen. Und für den beliebten Kochkurs sieht es nicht gut aus: „Mit Abstand und Masken wäre die Gemütlichkeit, die den Kurs ausmacht, einfach nicht gegeben“, findet VHS-Sekretärin Anja Ziese und Ingeborg Kasch bestätigt: „Die Freude wäre gleich Null.“

Computer- und Tablet-Kurse bleiben ein Renner

Dafür kommt auch in diesem Semester wieder Neues hinzu: ein Kurs in Fotomalerei etwa, eine Technik, die Fotografie und Malerei verbindet. Das Kursprogramm ist, ebenso wie die seit 2012 erstmals geänderte Gebührensatzung, online zu finden und wird nach und nach im Kreisanzeiger veröffentlicht. Ein gedrucktes Programmheft gibt es diesmal nicht, weil die Planung aufgrund der Corona-Pandemie zu unsicher ist und manches noch nicht im Detail feststeht. Trotzdem seien die Anmeldezahlen vor allem für die Smartphone- und Tabletkursen im Oktober bereits hoch, ein Englischkurs ist schon ausgebucht. Von der Pandemie scheinen sich vor allem die altgedienten VHS-Schüler nicht schrecken zu lassen, im Gegenteil: „Sie stehen in den Startlöchern“, sagt Ingeborg Kasch. „Sie fragen alle nach. Die Leute wollen raus, sich wieder betätigen, wieder in ihre Gruppe. Vor allem für Ältere bedeutet Corona Isolation und die VHS Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.“

Anmeldungsflaute herrscht kurz nach den Ferien nur im Mittlere Reife-Kurs. Nachdem im vergangenen Kurs Rekordergebnisse erzielt worden waren, steht nun erst ein Name auf der Liste, obwohl die Vorbereitungsphase bereits am 31. August beginnen soll. Mindestens acht Teilnehmer müssen zusammenkommen, damit der Kurs stattfindet. Ingeborg Kasch aber ist zuversichtlich: „Früher oder später hatte ich meine Schäfchen immer zusammen.“ Während die VHS-Standorte Neustrelitz und Neubrandenburg händeringend nach Lehrern für die Mittlere Reife-Kurse suchen, sind die Stellen in Demmin übrigens alle besetzt, eine vierte Lehrkraft fängt nach den Ferien an. Neue, qualifizierte Dozenten mit Ideen für das restliche Kursangebot würden aber immer gesucht, so Ingeborg Kasch.

Mehr Technik nötig

Ein neuer hauptamtlicher Kollege ist vor Beginn des neuen Semesters hinzugekommen. Nachdem Ingeborg Kasch und Anja Ziese seit März zu zweit für den Altkreis Demmin zuständig waren, komplettiert nun Metin Erkal als pädagogischer Mitarbeiter das Team. Er ist für diese Stelle aus dem Münsterland, wo er im Bereich Deutsch als Fremdsprache tätig war, nach Demmin gezogen.

Dort haben er und seine Kolleginnen nun nur eine Befürchtung: Dass die Schulen, wenn sich das Infektionsgeschehen weiter zuspitzt, doch wieder geschlossen werden müssen. Denn digitale Alternativen böten sich nicht in allen Bereichen an und könnten Präsenzunterricht nicht ersetzen. Zudem bedeutete der Umstieg einen „immensen Aufwand“: „Wir bräuchten mehr Technik“, ist sich Ingeborg Kasch im Klaren. Das gilt für die Volkshochschule, aber auch für einige Schüler, die nicht über einen ausreichenden Internetanschluss verfügen.

 

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