ERHÖHTE WALDBRANDSTUFE

Wälder und Äcker um Demmin sehnen sich nach Regen

Gefühlt hat es zwar in den vergangenen Wochen viel geregnet, doch die Wahrnehmung täuscht. In Wald und Flur herrscht weiterhin Wassermangel. Jetzt ist auch noch die Waldbrandgefahr gestiegen. Wird es schon wieder dürr?
Georg Wagner Georg Wagner
Kahlschlag in der Demminer Wendeforst: Eigentlich müssten solche Flächen jetzt wieder aufgeforstet werden. Aber für das Anpflanzen brauchen die Waldpfleger auch Wasser.
Kahlschlag in der Demminer Wendeforst: Eigentlich müssten solche Flächen jetzt wieder aufgeforstet werden. Aber für das Anpflanzen brauchen die Waldpfleger auch Wasser. Georg Wagner
Vor allem Nadelwald gilt als waldbrandgefährdet. Kein Wunder, trockenes Reisig, Gras und Laub können wirken wie ein Zunder, und das harzige Holz der Fichten brennt besonders gut.
Vor allem Nadelwald gilt als waldbrandgefährdet. Kein Wunder, trockenes Reisig, Gras und Laub können wirken wie ein Zunder, und das harzige Holz der Fichten brennt besonders gut. Georg Wagner
Vor allem Nadelwald gilt als waldbrandgefährdet. In der Demminer Wendeforst wurde hier in den vergangenen Wochen einiges ausgelichtet, nachdem offenbar ein Sturm gewütet hatte.
Vor allem Nadelwald gilt als waldbrandgefährdet. In der Demminer Wendeforst wurde hier in den vergangenen Wochen einiges ausgelichtet, nachdem offenbar ein Sturm gewütet hatte. Georg Wagner
Der Tümpel in der Demminer Wendeforst täuscht: Trotz mancher Feuchtstellen fehlt dem Wald Wasser.
Der Tümpel in der Demminer Wendeforst täuscht: Trotz mancher Feuchtstellen fehlt dem Wald Wasser. Georg Wagner
Vor allem Nadelwald gilt als waldbrandgefährdet. Kein Wunder – trockenes Reisig, Gras und Laub können wirken wie ein Zunder, und das harzige Holz der Fichten brennt besonders gut.
Vor allem Nadelwald gilt als waldbrandgefährdet. Kein Wunder – trockenes Reisig, Gras und Laub können wirken wie ein Zunder, und das harzige Holz der Fichten brennt besonders gut. Georg Wagner
Demmin.

Auch wenn es in den vergangenen Tagen scheinbar ergiebig geregnet hat, wird es in den Wäldern in der Mecklenburgischen Seenplatte doch schon wieder gefährlich trocken. Das Forstamt Poggendorf hat deshalb ab Mittwoch die Waldbrandgefahrenstufe auf II erhöht. Damit reagiert es als eines von neun Leitforstämtern im Land auf die aktuelle Lage ebenso wie auf die Wettervorhersagen. Zwar sei der Boden selbst noch nicht besonders ausgetrocknet, sagt Forstamtsleiter Robert-Marc Berger. „Aber abgestorbene Vegetation aus dem Vorjahr ist wirklich sehr trocken. Die hat schon ein gewisses Brandrisiko.“

Altes Gras, dürres Laub – im Wald gibt es vieles, das sich zu Zunder entwickeln kann, zumal der ständige Wind laut Berger die Trocknung noch begünstigt. Insofern sollten sich die Bürger an die üblichen Vorsichtsmaßregeln halten und im Wald nicht rauchen, gesperrte Waldwege nicht befahren, nicht auf Grasflächen parken. Offenes Feuer im oder am Wald ist ohnehin tabu. Immerhin aber ist es laut Berger im Erdreich noch feucht genug, dass die üblichen Frühjahrspflanzungen laufen können. Zum Teil seien sie auch schon abgeschlossen. Ohnehin will der Forstamtsleiter die Lage nicht übermäßig dramatisieren: „Es ist noch keine Katastrophe.“ Es gebe fünf Waldbrandgefahrenstufen. Dass jetzt erst die zweite gilt, zeige auch, dass noch Spielraum nach oben sei.

„Wasserdefizit ist nach wie vor vorhanden“

Gegen weiteren Regen hätte er aber wohl auch nichts einzuwenden, so wenig wie die Bauern. Schon zu Frühlingsbeginn hatte ihr Demminer Verband auf einen Wassermangel hingewiesen. Daran hat sich seither nichts geändert. „Das Wasserdefizit ist nach wie vor vorhanden“, sagt der Verbandsvorsitzende, Karsten Trunk. Je nach Standort könne es 50 bis 70 Prozent betragen. „Wir hatten praktisch keinen Schnee, und durch den Wind und das nasskalte Wetter der vergangenen Wochen hatte man das Gefühl, dass es dauernd regnete, aber dem war nicht so.“

Im Augenblick kommt zwar die Trockenheit den Bauern entgegen, weil sie die Bestellung erleichtert. Sommergetreide ist zum Teil schon gesät, aber Bohnen und Erbsen stehen vor der Aussaat und das Rübenlegen sollte beginnen. Die Samen brauchen dann Feuchtigkeit zum Keimen und Wärme zum Treiben. Für beides gibt es derzeit keine Gewähr. Stattdessen ist laut Karsten Trunk die Angst vor Nachtfrösten umso größer. Ohne isolierende Schneedecke wären die Sprösslinge ihnen schutzlos ausgeliefert. Bauern bezeichnen das in der Regel als Kahlfröste, ein Phänomen, dem sie sich in den vergangenen Jahren immer wieder gegenübersahen.

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