E-Bikes und E-Autos

Wann bekommt Demmin endlich seine erste Ladesäule?

Elektrisch angetriebene Autos gibt es bisher nur wenige in der Region. Bei E-Bikes sieht es schon anders aus. Doch bei Stromtankstellen sieht es mau aus.
Eine Ladestation gibt es bereits in Demmin. Zu finden ist sie am Hanseufer unweit der Stadt-information. Allerdings steht sie
Eine Ladestation gibt es bereits in Demmin. Zu finden ist sie am Hanseufer unweit der Stadt-information. Allerdings steht sie nur für den elektrisch betriebenen Fuhrpark von Edis zur Verfügung. Georg Wagner
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DSC_0388.JPG Danilo Vitense
Demmin

Elektroautos genießen immer noch Exoten-Status auf Vorpommerns Straßen. Daran wird sich vorläufig wohl nichts ändern. Auch der Tag der Elektromobilität, der am kommenden Samstag zum vierten Mal von den Stadtwerken Demmins veranstaltet wird, bringt mit Sicherheit nicht mehr E-Autos auf den Asphalt.

Anders sieht es da schon bei den Rädern mit dem elektrischen Hilfsantrieb aus. Von Jahr zu Jahr steigen sie in der Gunst bei Jung und Alt gleichermaßen. Allerdings brauchen die E-Bikes wie ihr Pendant auf vier Rädern in aller Regelmäßigkeit Saft aus der Steckdose. Und genau hier gibt es in der Hansestadt nach wie vor einen großen weißen Fleck: Es fehlt an öffentlichen Ladesäulen.

Ladesäulen in der Tiefgarage unter dem Rathaus

Für SPD-Mann und IVD-Fraktionsvorsitzenden Reinhardt Friedrichs ist das ein Unding. Seiner Ansicht nach hätte man da in der Stadt schon viel weiter sein können und müssen. Ganz neu ist die Diskussion darüber jedenfalls nicht. Bereits seit über einem Jahr liegt den politischen Gremien ein Antrag der früheren SPD-Fraktion vor, in dem der Aufbau einer Ladeinfrastruktur für Elektroautos und Elektrofahrräder gefordert wird.

Nach ihrer Ansicht sollten möglichst in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Energieversorger entsprechende Ladesäulen in der Tiefgarage unter dem Rathaus, im Bereich des Marienhains, am Markt und der Anlegestelle installiert werden. Darin wird einerseits ein nachhaltiger Beitrag der Stadt zum Klimaschutz gesehen, zum anderen ein Beitrag zur Förderung des heimischen Tourismus.

Thema war schon 2018 auf der Tagesordnung

Doch hier herrsche weiterhin Stillstand. Das ärgert Friedrichs. „Erst kürzlich beim Stadtwandertag habe ich wieder viele Teilnehmer mit E-Bikes gesehen.“ Und wieder habe er von Bürgern die Frage gehört, wo sie ihr Rad denn aufladen können. „Hier muss noch viel geschehen. Das Rathaus zeigt bisher aber wenig Interesse“, sagt er. Dabei habe der Hauptausschuss, in dem alle Fraktionschefs sitzen, das Papier bereits befürwortet.

In der Folge wurde auf den SPD-Antrag hin Demmins Bürgermeister bereits 2018 beauftragt, mit dem örtlichen Energieversorger Verhandlungen aufzunehmen. Bis zur Sommerpause 2018 sollten die Gespräche abgeschlossen sein, betont Friedrichs. Auf ein Ergebnis warte er aber bis heute. Nun blicken er und der IVD (Interessenverbund Demmin) gespannt auf die Stadtvertretersitzung am 25. September. „Wenn der Bürgermeister da nichts erwähnt, bekommt er nochmal Feuer von uns. Dann stellen wir erneut einen Antrag“, sagt der IVD-Fraktionsvorsitzende kämpferisch.

Das Rathaus sieht es naturgemäß etwas anders, wie eine Anfrage bestätigte. So heißt es von Vize-Bürgermeister Ronny Szabo, dass die Stadt jetzt in die Haushaltsplanung gehe und genau dort diese Dinge thematisiert und geprüft werden. Auch die Verwaltung hat festgestellt, dass bei E-Bike-Fahrern die Nachfrage nach öffentlichen Ladesäulen stark zugenommen hat. „Noch befinden wir uns in der Diskussion, analysieren wir, ob es über städtische Gesellschaften zu realisieren ist. Mit unseren Stromanbietern vor Ort sind wir natürlich im Gespräch“, so Szabo.

 

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