WOLFSICHTUNG BEI MARIENFELDE

War es ein Wolf oder nur ein großer Hund?

Ist es ein Wolf oder doch nur ein kräftiger Hund? Diese Frage wird derzeit auch in den sozialen Netzwerken heftig diskutiert, seit eine Autofahrerin an der B 110 bei Marienfelde einen Vierbeiner per Handy fotografiert hat.
Stefan Hoeft Stefan Hoeft
Die vergrößerten Handy-Fotos lassen keinen eindeutigen Schluss zu, ob es sich um einen Wolf oder einen Hund handelt
Die vergrößerten Handy-Fotos lassen keinen eindeutigen Schluss zu, ob es sich um einen Wolf oder einen Hund handelt. privat
Hier wurde der mutmaßliche Wolf gesichtet.
Hier wurde der mutmaßliche Wolf gesichtet. H. Wahle
Marienfelde.

Als eine junge Jarmenerin am Montagabend mit ihrem Auto aus Demmin kommend auf der B 110 nach Hause unterwegs war, stutzte sie plötzlich auf Höhe des Ortes Marienfelde. Denn dort, kurz vor der Kurve Richtung Kruckow, nahm sie gegen 17.30 Uhr aus dem Augenwinkel rechts ein großes Tier auf dem Acker wahr, das aufgrund seiner Fellfarbe und Gestalt auf den ersten Blick wie ein Wolf wirkte. Also wendete die Frau bei der nächsten Gelegenheit ihren Wagen und fuhr noch einmal zurück zu jener Stelle, um genauer hinzuschauen. Und konnte den gemächlich über den Acker schreitenden Vierbeiner tatsächlich mit ihrem Handy fotografieren – vorsichtshalber aus dem Auto heraus. Aufgrund der Entfernung etwas undeutliche Aufnahmen, die auch dem Nordkurier vorliegen und in den sozialen Netzwerken eine teils heftige Diskussion entfacht haben.

Denn ob es sich bei dem großen Grauen, der da im Karree zwischen Bundes- und Gemeindestraße herum spazierte, echt um einen Vertreter der Gattung Canis lupus handelt oder einfach nur um einen ähnlich geratenen Hund, darüber erlaubt sich selbst die Fotografin kein eindeutiges Urteil. „Ich bin mir nicht sicher, das weiß man ja nicht so genau.“ Doch Ähnlichkeiten seien eben nicht zu verleugnen, wie auch zahlreiche weitere Betrachter der Bilder finden.

Kein streunender Hund gemeldet

Andere wiederum geben sich teils sogar „tausendprozentig“ sicher, dass es eben kein Isegrim war. „Genau den haben wir Sonntag auch gesehen. Und wir haben noch Scherze gemacht, das den bestimmt irgendwer für nen Wolf halten könnte“ schreibt beispielsweise Martina Vahs auf der Nordkurier-Facebook-Seite. „Der gehört garantiert ins Dorf, wo es fast üblich ist, dass Hunde öfter mal alleine rumlaufen.“ Sie habe das Tier aus etwa 30 Meter Entfernung sehen können und als ziemlich wohlgenährt mit viel Fell wahrgenommen. In dem Kruckower Ortsteil soll es zwar tatsächlich einen ähnlich ausschauenden Hund geben, bestätigte derweil Marion Mondrowski. „Da dachten wir auch, dass es ein Wolf war, aber der Hund ist viel breiter und hat mehr Fell. Das auf dem Bild ist ein Wolf“, legt sie sich fest.

Bürgermeisterin Elke Hempel hat den Trubel um die Fotos ebenfalls registriert, weiß von einem streunenden Hund dieser Gestalt aber bisher nichts, wie sie auf Anfrage erklärte. Genau wie der für entlaufene Vierbeiner rechtlich zuständige Jarmener Ordnungsamtsleiter Rainer Hardt. Bei einem vagabundierenden Hund dieser Größe hätte er vermutlich bereits eine Meldung auf dem Tisch. Andererseits ist ihm bekannt, dass im Amtsbereich zwischen Peene und Tollense bereits Wölfe herumstreiften. So erinnert sich der Mann an einen solchen Spaziergänger auf einer Straße bei Kadow und zuletzt zwischen Leussin und Bentzin.

Dieser Fall liegt gerade mal ein paar Wochen zurück, bestätigte Hartmut Giermann, Landwirt und Jäger aus dieser Gemeinde. Ein Revierbesitzer habe an der Waldkante zwischen den beiden genannten Dörfern eigentlich mit der Flinte auf einen Hirsch gewartet, als stattdessen unverhofft Isegrim auftauchte, berichtete er. Offensichtlich ein besonders unerfahrener, hungriger oder leichtsinniger Lupus-Vertreter: „Der hat sich später sogar mit einer Rotte Wildschweine angelegt. Und den kürzeren gezogen.“ Denn die vorpommerschen Schwarzkittel hätten auf Attacke geschaltet und den Störenfried vertrieben. Im Vorjahr entdeckte derweil ein Kollege aus seinem Agrarbetrieb beim frühmorgendlichen Tellern einen Wolf – auf einem Acker nahe dem Jarmener Ortsteil Groß Toitin.

„Solche Wanderwölfe sind bei uns mittlerweile überall möglich“, erklärte Giermann mit Verweis auf die Ausdehnung der Wolfspopulation in Deutschland. Momentan geht er aber noch davon aus, dass es sich eben vorwiegend um herumziehende Jungtiere handelt und sich angesichts der Lebensbedingungen im Peenetal hier erstmal kein Isegrim fest ansiedelt. Erfreut wäre der Waidmann darüber ohnehin nicht, auch wenn er manches in diesem Zusammenhang für Panikmache hält. „Aber das sind nun mal Raubtiere mit einem großen Maul und kräftigen Kiefern und Zähnen. Und wo die zubeißen, da tut es mächtig weh.“

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