GÜLLE-VERDACHT

Was hat den Mühlbach in Sommersdorf braun gefärbt?

Umweltfrevel an der Sommersdorfer Fischtreppe? Dort fließe Gülle den Bach herunter, glaubt ein Demminer beobachtet zu haben. Vor Ort indes stellen sich die Dinge dann doch etwas anders dar.
Georg Wagner Georg Wagner
Ziemlich braun sieht das Wasser des Mühlbachs derzeit an der Sommersdorfer Fischtreppe aus. Die Verfärbung dürfte auf Einträge aus dem Erdreich zurückgehen.  
Ziemlich braun sieht das Wasser des Mühlbachs derzeit an der Sommersdorfer Fischtreppe aus. Die Verfärbung dürfte auf Einträge aus dem Erdreich zurückgehen. Georg Wagner
Sommersdorf.

Wo das Wasser des Mühlbachs über die Steinstufen der Sommersdorfer Fischtreppe plätschert, liegt ein Brechreiz erregender Geruch in der Luft. Mag sein, dass ihn der steife Westwind von den Richtung Kummerow gelegenen Äckern heranweht, mag auch sein, dass ein Anrufer aus Demmin recht hatte. Über die Sommersdorfer Fischtreppe, sagte Mirko Wiedemann am Montag dem Nordkurier, laufe die reine Gülle herunter. Jemand habe auch schon Wasserproben gezogen.

Tatsächlich sieht es auch tags darauf dem ersten Augenschein nach so aus, als wäre das der Fall. Rostbraun sammelt sich das Wasser zwischen den Stufen, gemeinsam mit dem Gestank unwillkürlich an Jauche erinnernd, während der Boden nass unter den Schuhen schmatzt. Gleich daneben liegt Schlamm auf einem Acker.

Verfärbung lässt sich auf abgetragenes Erdreich zurückführen

Es wäre nicht das erste Mal, dass die Wasserqualität des Mühlbachs ins Gerede gerät. Vor rund drei Jahren hatte deshalb die BUND-Ortsgruppe „Ostufer Kummerower See“ erstmals Wasserproben an der Fischtreppe entnommen und das seither monatlich fortgesetzt. Versetzt um zwei Wochen zieht zudem das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt in Neubrandenburg jeweils eigene Proben. Beide werden dann auf die chemische Zusammensetzung hin analysiert.

Die derzeitige Verfärbung des Wassers geht nach Einschätzung von Dr. Egbert Tschötschel vom BUND auf abgetragenes Erdreich zurück. Rein natürliche Ursachen dafür sieht Landwirt Peter Rabe, der gleich neben der Fischtreppe einen Acker hat. Gülle könne nicht im Bach fließen, weil in der Gegend kein Landwirt Viehhaltung betreibe. „Das Wasser wird im Frühjahr immer braun, weil es aus den Waldflächen bei Neu-Kentzlin und Lindenberg Huminstoffe aus dem Boden aufnimmt.“

Der Schlamm auf seinem Acker wiederum geht laut Rabe auf Baggerarbeiten des Wasser- und Bodenverbandes zurück. Der habe in den vergangenen Tagen Sedimente aus dem Sandfang geholt, damit sie nicht in den Kummerower See gespült wer-
den.

Bei der von dem Anrufer angeführten Probenentnahme handelte es sich offenbar um die routinemäßige Kontrolle durch das StALU. Eine Bestätigung oder Ergebnisse waren dort am Dienstag nicht mehr zu erhalten. Den Geruch indes brachte wohl doch der Wind.

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