ÄRGER AM KIESSEE

Was sollte die Drohne überm Zarrenthiner FKK-Strand?

Die wachsende Beliebtheit des Zarrenthiner Kiessees hat offenbar auch Schattenseiten. Neben Sorgen um Parkplatz-Chaos und Corona-Regeln gab es bereits dreimal Grund für Anzeigen bei der Polizei.
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Begrenztes Panorama: Vom Multifunktionsgebäude lässt sich zwar der Hauptbereich der Badeanstalt Zarrenthin gut überschauen. Doch der FKK-Bereich weiter nördlich (hier in Blickrichtung nach rechts) befindet sich relativ weit weg und halb versteckt hinter Bäumen und Sträuchern. Das scheinen auch Sittenstrolche zu schätzen. Stefan Hoeft
Zarrenthin.

Wurde der FKK-Bereich der Zarrenthiner Badeanstalt mehrmals gezielt mittels einer Drohne vom Hinterland ausgespäht und wenn ja, wo könnten die entsprechenden Bilder gelandet sein? Diese Frage stellt sich nicht nur die Betreiber-Gemeinde Bentzin, sondern wohl auch so mancher Nutzer dieses etwas abseits gelegenen und durch Bäume abgetrennten Areals. Bürgermeisterin Grit Gawrich jedenfalls hat vorsichtshalber eine Anzeige gegen Unbekannt bei der Polizei gestellt, wie sie dem Nordkurier bestätigte. Gesichtet worden war das Fluggerät dort.

Zwar gibt es bisher keinen Hinweis, wer das Ding steuerte und ob es tatsächlich zum Fotografieren beziehungsweise Filmen der Besucher von oben aus diente. Doch die Wahrscheinlichkeit sei nun mal nicht gering. Zumal die Drohne nur bei den Nackedeis bemerkt wurde und nicht am „textilen“ Hauptstrand. Nach dem Veröffentlichen illegaler Aufnahmen aus den Mobiltoiletten beim Festival „Monis Rache“ im benachbarten Tutow scheinen die Leute jedenfalls alarmiert zu sein und ähnliche „Attacken“ aus der Luft durchaus für möglich zu halten.

Mann onanierte im Schilf

Tatsächlich überführt worden ist derweil ein im Schilf am Nudisten-Strand verborgener Sittenstrolch, wie das Dorfoberhaupt der Gemeindevertretung berichtete. Demnach wurde dort ein älterer Mann entdeckt, der sich beim Beobachten von vier jungen Damen selbst befriedigte. Das Strandpersonal habe ihn dingfest machen und in seinen Räumen festsetzen können, bis die Polizei eintraf, erläuterte sie auf Nachfrage des Nordkurier. Der Übeltäter leistete glücklicherweise keinen Widerstand und sieht sich nun mit Anzeigen der betroffenen Frauen konfrontiert.

Für einige Aufregung und Ermittlungen sorgte zudem ein Vorfall relativ zu Anfang der Saison. Da soll es in Zusammenhang mit einer von der Aufsicht zugelassenen, dann aber ausufernden Privat-Feier junger Leute auf dem Gelände der Badeanstalt zu Beschädigungen gekommen sein. Vor allem galt im Anschluss das extra für Durchsagen neu angeschaffte Megafon als vermisst. Mit Videoaufnahmen vom Party-Geschehen in der Hinterhand brachte Grit Gawrich eine Diebstahl-Anzeige auf den Weg. In der Folge mussten einige Jugendliche bei der Kripo zu Befragungen antanzen. Wobei das Gerät selbst von anderer Seite zwischenzeitlich wieder unversehrt zurückgebracht wurde, wie sie berichtete. Darum und weil sich der Nachwuchs reuig zeigte, sei die Anzeige wieder zurückgezogen worden.

Angler kommen Badebereich zu nahe

Mit einem Eingreifen der Kommune müssen indes auch Angler und Taucher rechnen, wie die Bürgermeisterin klarmachte. Nämlich dann, wenn sie im unmittelbaren Badebereich ihren Hobbys nachgehen. Zwar zählt der östliche Teil der Kieskuhle zu den Pachtgewässern der Petrijünger, doch schon aus Sicherheitsgründen ist in der Saison das Fischen nur außerhalb des öffentlichen Strandes genehmigt. Selbst einheimische Angler scheinen nicht immer um diese Regelung zu wissen, jedenfalls hatte die Gemeindechefin bereits Auseinandersetzungen deshalb.

Mit den Tauchklubs und -schulen, die Zarrenthin verstärkt für ihre Zwecke nutzen, gab es hingegen gleich zu Beginn des Betriebes 2020 eine gemeinsame Runde, bei der Probleme und Streitpunkte gelöst worden seien, erklärt sie. Die Kommune beharrte darauf, dass Autos und Wohnmobile grundsätzlich nichts auf dem Gelände zu suchen haben. Eine Ausnahme gebe es nur bei der An- und Abreise zum Campingplatz für das Rangieren von Wohnanhängern, allerdings nur jeweils von abends bis morgens vor 10 Uhr. Und die Froschmänner dürften dann zumindest ihren schweren Flaschenwagen nach vorne kutschieren. Wobei Grit Gawrich das gute Miteinander mit ihnen betonte: „Die Taucher arbeiten schon immer mit uns zusammen, räumen auch mal Müll weg und so, haben uns beim Ponton-Aufbau geholfen und anderen Sachen im Wasser.“

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