Bürgermeister Thomas Witkowski begrüßte am Mittwoch die argentinische Ärztin Anna-Laura Vivas in der Hans
Bürgermeister Thomas Witkowski begrüßte am Mittwoch die argentinische Ärztin Anna-Laura Vivas in der Hansestadt. Für drei Monate wird sie am Demminer Kreiskrankenhaus ein Praktikum absolvieren. Karsten Riemer
Personalmangel

Weitere Argentinierin im Demminer Krankenhaus

Eine neue Ärztin wird in den kommenden drei Monaten am Demminer Kreiskrankenhaus mitarbeiten. Die Lösung für die vielen offenen Stellen ist die junge Argentinierin jedoch nicht.
Demmin

Die Liste der Stellenausschreibungen des Demminer Kreiskrankenhauses ist umfassend – von Assistenz- bis zu Oberärzten sowie Mitarbeitern in der Pflege. Ein Umstand, mit dem sich die Klinik – wie viele andere Häuser auch – schon seit Längerem herumschlägt. Um die Lücken zu schließen, setzen die Verantwortlichen daher auf Kooperation, wie mit dem Universitätsklinikum in Greifswald. Aber auch Argentinien hat sich in den vergangenen Jahren als ergiebiger Pool für junge Mediziner einen Namen gemacht. So wirkt seit dieser Woche eine weitere Ärztin aus dem südamerikanischen Land am Krankenhaus mit.

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Zumindest drei Monate lang ist die 31-jährige Anna-Laura Vivas in der Hansestadt zu Gast. Studiert hat die junge Frau an der Universität in Buenos Aires und wird nun im Rahmen eines Praktikums Einblicke in die Bereiche Pädiatrie, Chirurgie und innere Medizin erhalten. Anschließend geht es zurück in die Heimat, wo die Entscheidung fallen soll, wohin sie ihr beruflicher Weg führt. Auch Demmin könnte dann wieder eine Rolle spielen, hieß es im Rahmen ihrer offiziellen Begrüßung in der Hansestadt.

„Es ist knapp, aber nicht katastrophal“

Platz für die junge Medizinerin wäre auf jeden Fall vorhanden. Denn eine gewisse Fluktuation am Kreiskrankenhaus lässt sich nicht verleugnen. So verlässt laut Krankenhausgeschäftsführer Kai Firneisen in absehbarer Zeit beispielsweise ein Ärzte-Paar die Klinik, um spezialisierte Lehrgänge wahrnehmen zu können. „Da schlagen dann zwei Herzen in meiner Brust“, sagt Firneisen. Zum einen freue er sich, wenn junge Ärzte sich weiterbilden, zum anderen fehlen sie dann schlicht in Demmin.

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Von einem Horrorszenario bezüglich unbesetzter Stellen ist das Demminer Krankenhaus allerdings noch ein Stück weit entfernt. „Es ist knapp aber nicht katastrophal“, so der Geschäftsführer. Zudem liefen derzeit Gespräche mit neuem medizinischen Personal, einige Verträge seien bereits unterschrieben. „Ich bin optimistisch, die nötigen Stellen zu besetzen“, sagt er.

Defizit in der Pflege über Ausbildung lösbar

Dann wäre das Krankenhaus zwar immer noch nicht gut aber zumindest durchschnittlich besetzt. „Es könnten immer mehr Ärzte sein“, so Firneisen. Bewerbungen sind demnach immer willkommen. Eine Einladung, die sich vor allem auch an Weiterbildungsassistenten richtet. „Wir sind ein kleines Haus mit optimalen Ausbildungsbedingungen“, wirbt der Krankenhausgeschäftsführer.

Ein Punkt, den Firneisen für die Pflegekräfte ebenfalls hervorhebt. Denn auch hier fehlt es an Mitarbeitern. „Wir könnten gut und gerne mindestens fünf mehr beschäftigen“, so Firneisen. In Teilen ließe sich dem innerhäusig begegnen. „Ich denke, dass wir das Defizit in der Pflege über die Ausbildung regeln können“, sagt er.

Demmin fehlen weiter niedergelassene Ärzte

Bezüglich des aktuellen Abschlussjahrgangs sieht es für diese Hoffnung gut aus. „Alle Azubis, die jetzt auslernen, werden wir nach der bestandenen Prüfung übernehmen“, so Firneisen. Für das kommende Ausbildungsjahr gibt es allerdings noch Luft nach oben. Acht von zehn Ausbildungsplätzen sind bislang besetzt. Doch für die übrigen gibt es bereits Pläne. „Bei der Stellenflut am Samstag werden die zwei Plätze noch angeboten“, sagt er.

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Doch auch, wenn für das Krankenhaus keine Hiobsbotschaften zu erwarten sind – die ärztliche Versorgung in Demmin ist dennoch schlecht. Ein Problem, mit dem sich auch die Stadtpolitik gemeinsam mit Kai Firneisen wiederholt beschäftigt hat. Eine Lösung ist hier allerdings nicht in Sicht. „Es ist sehr mühselig“, sagt der Krankenhaus-Geschäftsführer. Daher sei es geboten, das Stadt, Kassenärztliche Vereinigung und die übrigen niedergelassenen Ärzte weiterhin eng zusammenarbeiten.

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Kommentare (1)

Ein Bürgermeister muss sich kümmern um seine Stadt wie eine Mutter um ihr Kind. Und genau das tut er!