KRIMINALITÄT

Weniger Drogenfunde, aber hohe Dunkelziffer

Marihuana, Cannabis, Haschisch: Die Demminer Polizei hat in letzter Zeit vermehrt Fälle gemeldet, in denen Rauschgift sichergestellt wurde. Laut der jüngsten Kriminalitätsstatistik ist die Zahl der erfassten Drogendelikte aber im Vergleich zu den Vorjahren rückläufig. Wie kann das denn sein?
Tobias Holtz Tobias Holtz
Bei den gefundenen illegalen Drogen in und um Demmin liegt Cannabis ganz klar auf dem ersten Platz.
Bei den gefundenen illegalen Drogen in und um Demmin liegt Cannabis ganz klar auf dem ersten Platz. Jens Kalaene
Demmin.

Es ist erst knapp drei Wochen her, dass die Polizei in Demmin bei einem 18-jährigen Radfahrer einen größeren Drogenfund machte: 400 Gramm Marihuana und etwa 80 Gramm Haschisch entdeckten die Beamten in seinem Rucksack. Da der junge Mann bereits mehrfach gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen hatte und der Verdacht auf weiteren Drogenbesitz bestand, durchsuchte die Polizei seine Wohnung – mit Erfolg. Auch hier wurde eine große Menge an Rauschgift sichergestellt. Nur wenige Tage zuvor hatte die Kripo nach einem Wohnungsbrand in der Bahnhofstraße bei einem 45-jährigen Mieter zwei Cannabispflanzen beschlagnahmt.

Rauschgiftverstöße: Die Seenplatte liegt gleich hinter Rostock

Trotz dieser scheinbar vermehrten Vorfälle ist die Zahl der registrierten Drogendelikte im Zuständigkeitsbereich des Demminer Polizeihauptreviers im Vergleich zu den Vorjahren leicht gesunken. Wurden 2017 noch insgesamt 48 Fälle registriert, waren es 2018 nur 43. „Laut der Statistik für Rauschgiftkriminalität haben wir in diesem Jahr erfreulicherweise erst 16 Strafanzeigen wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz aufnehmen müssen“, erklärte eine Polizeisprecherin auf Nordkurier-Anfrage. Betrachtet man d gesamte den gesamten Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, ergibt sich ein völlig anderes Bild: Im Ranking der landesweiten Rauschgiftverstöße landet der Landkreis auf Platz zwei, hinter der Hansestadt Rostock.

Dunkelziffer liegt weit höher

Dennoch gehen die Beamten davon aus, dass die Dunkelziffer auch in Demmin und Umgebung deutlich höher liegt. Die erhobenen Zahlen würden immer nur einen Teil des tatsächlichen Drogenkonsums abbilden. Denn meist tappen die potenziellen Täter den Beamten eher zufällig bei Verkehrskontrollen oder durch gezielte Hinweise aus der Bevölkerung in die Falle. Was sofort auffällt: Nahezu alle Tatverdächtigen sind deutscher Herkunft.

In den meisten Fällen wurde bei ihnen Cannabis in getrockneter Form oder als ganze Pflanze sichergestellt. Es gilt als Einstiegsdroge, die die Hemmschwelle, gefährlichere Substanzen wie Crystal Meth oder LSD zu nehmen, senkt. Gerade bei Minderjährigen können laut Polizei auch minimale Mengen merkliche Veränderungen des Gehirns hervorrufen.

Polizei geht mit Präventionsberatern in Schulen

Aber auch Amphetamine mit aufputschender Wirkung, die in der Szene meist unter den Namen „Speed“ oder „Pep“ kursieren, seien immer beliebter – insbesondere bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, so die Polizei. Von den insgesamt 33 Tatverdächtigen im vergangenen Jahr sind 27 unter 30 Jahre alt.

Um diesem Negativtrend entgegenzuwirken, geht die Polizei verstärkt mit Präventionsberatern in die Schulen, um gerade den Kindern und Jugendlichen die nicht zu unterschätzenden Gefahren des Drogenkonsums aufzuzeigen.

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