Volksbank in Demmin feiert 150. Geburtstag

:

Wenn alle so wären, gäbe es die Finanzkrise nicht

Regional verwurzelt: Manfred Henne und Mirko Lust (von links), die beiden Vorstände der Demminer Volksbank.
Regional verwurzelt: Manfred Henne und Mirko Lust (von links), die beiden Vorstände der Demminer Volksbank.
Thoralf Plath

Gemeinsam gewachsen, zusammen stark - unter diesem Motto feiert in Demmin ein Unternehmen Jubiläum, das für die traditionellen Werte ebenso steht wie für moderne Regionalität. Die Volksbank wird 150. Mit ihr eine alte Idee: die Genossenschaft.

Es ist selten geworden, dass Banker öffentlich ein Wort wie Vertrauen in den Mund nehmen, seit die Branche am Pranger steht für alles Übel in Welt und Wirtschaft, die globale Finanzkrise wirkt nach. Doch „die Banken“ sind nicht die Banken. Und so sprach Mirko Lust in bester Stimmung etliche Male von Vertrauen, von Selbsthilfe und von Eigenverantwortung am Sonnabend – und bekam sogar noch viel Applaus dafür im Foyer der Volksbank. Gewiss galt der Beifall zunächst dem Anlass, geladene Gäste wissen, was sich gehört, wenn ein 150-jähriges Jubiläum zu feiern ist. Doch es hatte gewiss auch mit dem Solidarprinzip zu tun, dem dieses Geldinstitut sich seit seiner Gründung am 1. Februar 1864 als „Demminer Vorschuß-Verein“ verpflichtet fühlt: „Was einer allein nicht schafft, das schaffen viele“. Der Satz stammt von Friedrich Wilhelm Raiffeisen, einem der Gründungsväter der kreditgenossenschaftlichen Idee in Deutschland, und er könnte noch heute über dem Eingang der Demminer Volksbank-Hauptgeschäftsstelle stehen, in Zeiten von Online-Banking und EC-Karte.

150 Jahre Demminer Volksbank. Damit zählt das Finanzinstitut mit seinen fünf Filialen in Altentreptow, Anklam, Jarmen und Loitz zu den ältesten Unternehmen der Region. Was als Zusammenschluss von 22 Bürgern begann, sind heute 3300 Mitglieder, die der genossenschaftlichen Idee vertrauen, insgesamt erreicht die Zahl der Kunden fast 15 000, die der bankeigenen Konten und Depots rund 23 500. Mirko Lust, zusammen mit Manfred Henne Vorstand der Demminer Volksbank e. G. mit ihren 52 Mitarbeitern, skizzierte ein Bild, das man gemeinhin Erfolgsgeschichte nennt: Mit einer Bilanzsumme von 205,5 Millionen Euro habe man gerade eines der besten Ergebnisse überhaupt erzielt, auch das Vorjahr werde man erfolgreich abschließen – auf solider Basis von aktuell rund 20 Millionen Euro haftendem Eigenkapital. „Mit gesundem Wachstum und ausgewogener Risikopolitik wollen wir auch künftig unsere Marktposition aufrechterhalten.“ Krise klingt anders.