LOITZER PROJEKT „BAUDEINHAUS”

Wer lässt sich auf ein Jahr Loitz ein?

Sorgt eine bisher eher wenig einladende Adresse in der Greifswalder Straße dafür, dass sich mehr Menschen von weit außerhalb Vorpommerns in Loitz ansiedeln?
Auserkoren als Lockangebot für neue Zuzügler: Die Adresse Greifswalder Straße 253A bekommt im Rahmen des Wettb
Auserkoren als Lockangebot für neue Zuzügler: Die Adresse Greifswalder Straße 253A bekommt im Rahmen des Wettbewerbs „Zukunftsstadt“ ganz besondere Bedeutung für Loitz. Foto: Stefan Hoeft Stefan Hoeft
Das Projekt „BauDeinHaus“ ist Teil der Zukunftsstadt-Ideen. Foto: STadt Loitz
Das Projekt „BauDeinHaus“ ist Teil der Zukunftsstadt-Ideen. Foto: STadt Loitz
Auserkoren als Lockangebot für neue Zuzügler: Die Adresse Greifswalder Straße 253A bekommt im Rahmen des Wettb
Auserkoren als Lockangebot für neue Zuzügler: Die Adresse Greifswalder Straße 253A bekommt im Rahmen des Wettbewerbs „Zukunftsstadt” ganz besondere Bedeutung für Loitz. Foto: Stefan Hoeft Stefan Hoeft
Auserkoren als Lockangebot für neue Zuzügler: Die Adresse Greifswalder Straße 253A bekommt im Rahmen des Wettb
Auserkoren als Lockangebot für neue Zuzügler: Die Adresse Greifswalder Straße 253A bekommt im Rahmen des Wettbewerbs „Zukunftsstadt” ganz besondere Bedeutung für Loitz. Foto: Stefan Hoeft Stefan Hoeft
Veronika Schubring (rechts) erläuterte beim ersten Loitzer Quartiersabend auch den Stand des Projekts „BauDeinHaus&
Veronika Schubring (rechts) erläuterte beim ersten Loitzer Quartiersabend auch den Stand des Projekts „BauDeinHaus”, für das ab demnächst ein kreatives Tandem gesucht wird. Foto: Stefan Hoeft Stefan Hoeft
Veronika Schubring (rechts) erläuterte beim ersten Loitzer Quartiersabend auch den Stand des Projekts „BauDeinHaus&
Veronika Schubring (rechts) erläuterte beim ersten Loitzer Quartiersabend auch den Stand des Projekts „BauDeinHaus”, für das ab demnächst ein kreatives Tandem gesucht wird. Foto: Stefan Hoeft Stefan Hoeft
Loitz.

Junge Kreative aus der Fremde wohnen ein Jahr lang probeweise in Loitz und gestalten dabei eines der leer stehenden Häuser in der Innenstadt: Dies ist der Kern eines jener Projekte, mit dem sich der Peenetal-Amtsbereich erfolgreich für die finale Phase des bundesweiten Wettbewerbs „Zukunftsstadt 2030+“ beworben und das er bereits im Juni 2018 öffentlich im Rahmen des Zukunftsstadtfestes vorgestellt hat. Doch wie und wo genau sich diese als „BauDeinHaus“ titulierte Idee mit Leben erfüllen lässt, dahinter standen bisher viele Fragezeichen, nicht zuletzt im Hinblick auf die Finanzierung. Nun allerdings sollen buchstäblich endlich Nägel mit Köpfen gemacht werden, zumal nach langer Suche eine geeignete Immobilie gefunden scheint.

Greifswalder Straße 253A auserkoren

Nach etlichen Begehungen und Konsultationen mit der Kommune sei die Greifswalder Straße 253A für diesen Zweck auserkoren worden, berichtete Veronika Schubring vom mit der Projektleitung beauftragten Rostocker Verein „fint e.V.“. Also jene Adresse mit den vielen leeren Fensterhöhlen, an deren bröckeliger Fassade sich die Werbung für eine Computer-Firma sowie eine Friseur- und Kosmetik GmbH finden. Letztere ist zwar noch präsent, doch daneben tut sich schon lange nichts mehr. „Da ist unten genug Platz. Nicht all zu viel zwar, aber wir wollen uns für zwölf Monate ja auch nicht zu viel vornehmen“, begründete sie die Entscheidung. Vor allem gebe es dort im Obergeschoss attraktiven Wohnraum, mit dem man beispielsweise durchaus Berliner hinterm Ofen hervor locken könne. Wobei noch definiert werden soll, wie groß eine Stadt und wie weit weg eine Gegend sein muss, damit deren Bewohner für dieses Projekt in Vorpommerns Provinz infrage kommen, räumte Schubring ein.

Ziel dieser Art Schnupperangebot ist es jedenfalls, der Sehnsucht nach einem Leben auf dem Lande Vorschub zu leisten, speziell im Peenetal-Amt. Um so neue Bürger und mit ihnen zusätzliche Kreativität zu gewinnen. Und weil so mancher Großstädter vermutlich nicht gleich aufs Ganze gehen und sein Leben im alten Zuhause komplett aufgeben möchte, will Loitz diese Möglichkeit auf Probe schaffen. Mit vielfältigen Perspektiven zum Kennenlernen zwischen Neuankömmlingen und Anwohnern, verbunden mit neuen Perspektiven für Menschen und Gebäude.

Grundeinkommen für ein Jahr

„Für ein Jahr wird einem Tandem von zwei Menschen ein leer stehendes Haus in kommunalem Eigentum zur Verfügung gestellt. Beide Personen werden mit einem ‚Grundeinkommen‘ versorgt und bekommen den ‚Auftrag‘ und die Chance, einen für alle Loitzer*innen zugänglichen öffentlichen Raum zu schaffen“, heißt es in der Projektbeschreibung. Um diesen gegebenenfalls im Anschluss auf eigenen Beinen stehend zu betreiben. Zur Unterstützung für das BauDeinHaus-Tandem soll ein Loitzer Tauschring initiiert werden, der auch von allen anderen im Peenetal-Amt als lokaler Marktplatz genutzt werden kann – digital ebenso wie analog.

„Mal sehen, welche Verrückten da auftauchen und sich darauf einlassen“, kommentierte Veronika Schubring den für August geplanten Start der Bewerbungsphase. Im November ist demnach die Auswahl des Tandems unter Einbeziehung der Loitzer anvisiert. Parallel dazu laufe die Erstellung der Tauschring-Plattform an, die wohl spätestens zum Frühjahr 2021 funktionieren sollte. Schließlich ist nach gegenwärtigem Stand für April der Einzug des Tandems geplant, vorbereitet durch ein Willkommensfest und einen Subbotnik zur Herrichtung des Wohnbereichs.

Ab Mai könnten dann die eigentlichen Instandsetzungsarbeiten starten, sowohl im ersten Obergeschoss als auch im Erdgeschoss. Wobei Letzteres ja in den folgenden zwölf Monaten bei verschiedenen Veranstaltungen und Aktionen zur Entwicklung des Gebäudes im Mittelpunkt steht, einhergehend mit der Umsetzung eines neuen Nutzungskonzeptes. „Da müssen wir noch gemeinsam überlegen, was machen wir mit diesem offenen Raum, was soll das werden“, erklärte Veronika Schubring den Loitzern beim ersten sogenannten Quartiersabend.

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