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Wie das Leben so spielt in „Mien leif Demmin“

Seine Frau Christa ist seine beste Kritikerin. Sie darf als erste die plattdeutschen Geschichten von Walter Häberer lesen und amüsiert sich oft prächtig. Walter Häberer hat jetzt sein erstes Buch herausgebracht.
Seine Frau Christa ist seine beste Kritikerin. Sie darf als erste die plattdeutschen Geschichten von Walter Häberer lesen und amüsiert sich oft prächtig. Walter Häberer hat jetzt sein erstes Buch herausgebracht.
Kirsten Gehrke

Als Rentner begann der Demminer Walter Häberer, plattdeutsche Geschichten zu schreiben. Jetzt hat er sein erstes Buch herausgegeben, zwei weitere sind in Arbeit.

Walter Häberer muss morgens früh aufstehen. „Dann setze ich mich hin und schreibe“, sagt er. Alles, was in Demmin passiert, bringt er zu Papier. Manchmal wacht der 75-Jährige sogar in der Nacht auf, dann kommt ihm ein Gedanke, den er unbedingt aufschreiben muss. Walter Häberer lächelt. Erst als Rentner hat er die Zeit, Geschichten zu erzählen. Das macht er auf Plattdeutsch, seiner Muttersprache, wie er sagt. Hochdeutsch sei nur seine Umgangssprache. Jetzt hat der Hansestädter sein erstes kleines Büchlein herausgeben. „Mien leif Demmin“ – mein liebes Demmin heißt es. Das Heft ist in der Buchhandlung Steinke am Luisentor zu haben. Auf 32 Seiten erzählt er amüsant, was er in seiner Heimatstadt erlebt hat. „Gelogen ist nichts.“ Es sind lustige Geschichten, aber auch welche zum Nachdenken. Geschichten finden sich immer, die liegen sozusagen auf der Straße. Oft liefern ehemalige Kollegen die Ideen oder auch die Kinder und Enkelkinder. Seine Frau darf immer als erste seine Geschichten lesen. „Sie ist meine beste Kritikerin.“ Damit er nicht in ein Fahrwasser gerate und immer die selben Formulierungen wählt.

Die Familie war es auch, die ihn dazu ermuntert hat, ein Heft herauszugeben. „Und die nächsten beiden sind schon in Arbeit“, kündigt Walter Häberer an. Das Schreiben macht ihm Spaß, das Papier mit Geschichten hatte sich schon gestapelt. „Dann hat meine Frau gesagt, versuche es doch einfach.“ Der Sohn, der sich mit Computer auskennt, hat das Heft zusammengestellt, in Berlin haben sie eine Druckerei gefunden. Erst mal ist nur eine kleine Auflage erschienen. Der Demminer will abwarten, wie sich sein Heft verkauft. Einige seiner Werke sind schon im Nordkurier veröffentlicht worden. Im Moment ist er im Gertraudenstift ein gefragter Mann fürs Plattdeutsche. „Man hat mich mal gefragt, ob ich mal lesen würde.“ Inzwischen gestaltete er schon 16 Treffen für die Senioren im Alten- und Pflegeheim. Seit 1997 schreibt Walter Häberer plattdeutsche Geschichten, als er Rentner wurde.