NACHWUCHSFUßBALLER WEGEN SCHLECHTER PLATZVERHÄLTNISSE VERLETZT

Wie gefährlich ist die Friesenhöhe?

Der Zustand des Sportplatzes auf der Demminer Friesenhöhe ist schlecht. Am Wochenende verletzte sich ein Nachwuchsspieler wohl deswegen. Ist das noch zumutbar?
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Da spielte Nils Köth (rechts, weißes Trikot), der Kapitän der Altentreptower C-Jugend-Mannschaft, noch mit. Später musste er verletzt vom Platz getragen werden.  
Da spielte Nils Köth (rechts, weißes Trikot), der Kapitän der Altentreptower C-Jugend-Mannschaft, noch mit. Später musste er verletzt vom Platz getragen werden. Ralf Scheunemann
Der Rasen wurde im Sommer zwar gewässert, aber insgesamt hat die Stadt den Unterhalt im Hinblick auf den Kunstrasenplatz heruntergefahren.
Der Rasen wurde im Sommer zwar gewässert, aber insgesamt hat die Stadt den Unterhalt im Hinblick auf den Kunstrasenplatz heruntergefahren. Georg Wagner
Demmin.

Nils Köth, der 13-jährige Kapitän des FSV Altentreptow, wurde am Wochenende verletzt vom Platz gebracht. Nicht etwa, weil es im C-Jugend-Spiel gegen den Demminer SV besonders ruppig zuging oder zu einem Zusammenprall mit einem gegnerischen Spieler kam. Der junge Fußballer verletzte sich ganz ohne gegnerische Einwirkungen – aufgrund der schlechten Platzverhältnisse. Nordkurier-Sportreporter Ralf Scheunemann schrieb in seinem Spielbericht denn auch vom „katastrophalen Platz auf der Friesenhöhe.“

Diese Einschätzung teilen die Verantwortlichen des Demminer SV. Laut Jens Taubenheim, dem Abteilungsleiter Fußball beim Demminer SV, ist der Platz seit Jahren überlastet. Mit der Sperrung des Saarplatzes in Demmin in diesem Sommer sei es noch schlimmer geworden. Seitdem werde er von den Männer-, den Altherren- und den Jugendmannschaften genutzt, jeden Tag fünf bis sechs Stunden.

Verletzung nur eine Frage der Zeit

Erst vor 14 Tagen hat es Taubenheim zufolge den letzten Arbeitseinsatz gegeben. Zwei Lastwagenfuhren mit Mutterboden-Kies-Gemisch wurden zur Friesenhöhe gebracht. Damit wurden Löcher gestopft. Und vor dem Training werde auch regelmäßig zur Harke gegriffen. Trotzdem komme es beim Training immer mal wieder vor, dass jemand umknickt. Taubenheim sagt: „Dass sich jemand verletzt, war nur eine Frage der Zeit.“

Max Bose, der Trainer der Demminer C-Jugend-Mannschaft, spricht ebenfalls von katastrophalen Platzverhältnissen. Gerade auch für Jugendliche seien das „keine Bedingungen, um Fußball zu spielen.“ Als Nils Köth am Wochenende vom Platz musste, erkundigte sich Max Bose noch bei ihm, wie es ihm geht. Kurz danach brachte sein Vater Matthias Köth ihn ins Demminer Krankenhaus.

Stadion ist keine Option

Dort stellte sich zum Glück heraus, dass es keine schwere Verletzung ist. Nils Köth bekam Tabletten, eine Salbe und eine Sportbefreiung mit nach Hause. „Er hat eine Muskelzerrung, nichts Schlimmes“, sagt sein Vater und macht kein Drama aus dem Vorfall. Der Platz auf der Friesenhöhe ist aus seiner Sicht aber schon ein ziemlicher Acker. Aus seiner Sicht hat Demmin mit die schlimmsten Sportplätze. Dass die Stadt da nicht investiert, kann er nicht verstehen. Selbst Altentreptow habe schließlich einen Kunstrasenplatz.

Nach einem solchen Platz sehnen sich auch Max Bose und Jens Taubenheim und sie hoffen, ihn im kommenden Jahr zu bekommen. Vorerst auf das Stadion auszuweichen ist laut Taubenheim keine Option, da dieser Platz nur für zehn Stunden Spielbetrieb pro Woche zugelassen sei und die drei Männermannschaften allein schon auf sechs Stunden kommen.

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