STADTENTWICKLUNG

Wie sieht’s aus mit dem Loitzer Altstadtquartier?

Bis zu den ersten Bauarbeiten für das neue Altstadtquartier an der Breiten Straße rechnet Loitz mit mindestens noch zweieinhalb Jahren. Denn neben der Finanzierung gilt es, die Auswirkung von vier Gutachten auf das Mammutprojekt zu klären. Verbunden mit der Frage, was von der Substanz erhalten werden kann – 
und muss.
Bauamtsleiterin Christiane Strobl erläuterte beim ersten Quartiersabend auch den aktuellen groben Fahrplan für die U
Bauamtsleiterin Christiane Strobl erläuterte beim ersten Quartiersabend auch den aktuellen groben Fahrplan für die Umsetzung der Loitzer Pläne für das neue Altstadtquartier an dieser Stelle. Stefan Hoeft
Diese Idee für die künftige Gestaltung der Ostseite der Breiten Straße landete vor fünf Jahren auf dem er
Diese Idee für die künftige Gestaltung der Ostseite der Breiten Straße landete vor fünf Jahren auf dem ersten Platz des Loitzer Architektenwettbewerbs. Nordkurier-Archiv
Diese Idee für die künftigte Gestaltung der Ostseite der Breiten Straße landete vor fünf Jahren auf dem e
Diese Idee für die künftigte Gestaltung der Ostseite der Breiten Straße landete vor fünf Jahren auf dem ersten Platz des Loitzer Architektenwettbewerbs. Nordkurier-Archiv
Loitz.

Natürlich möchten die Loitzer langsam genauer wissen, ob überhaupt und was aus den Plänen für ein neues Altstadtquartier auf der Ostseite der Breiten Straße wird. Immerhin stammt diese Idee für die insgesamt sechs Grundstücke von gegenüber der Neustadt-Zufahrt bis zur Ecke Heilgeiststraße bereits von 2014 aus dem MORO-Projekt und gipfelte im Jahr darauf in einen viel beachteten Architekten-Wettbewerb. Gewonnen wurde der vom Büro Mittelbach aus Stralsund, mit einem „LoitzerStadtRaum“ samt medizinischem Versorgungszentrum und öffentlichem Treffpunkt als Rückgrat für die Entwicklung. Doch angesichts der zahlreichen Unwägbarkeiten bei der Realisierung sowie des viele Millionen Euro umfassenden Planungs- und Bauvolumens hielten sich bisher alle Verantwortungsträger zurück mit belastbaren Termin-Aussagen.

Wann kommt der erste Spatenstich?

Die Premiere eines Quartiersabends in der dort vorhandenen Baulücke ließ daher jetzt durchaus aufhorchen. Denn da vermittelte Bauamtsleiterin Christiane Strobl erstmals in der Öffentlichkeit ein genaueres Bild zu Umfang und Stand der Vorbereitungen, einschließlich bestimmter monetärer Gegebenheiten und eines groben Etappenplans für das weitere Vorgehen. „Ich sage mal, Ende 2022, vorher wird das nichts mit einem ersten Spatenstich, vielleicht auch erst 2023.“ Zumindest klang diese Ansage nach guten Chancen für das Mammut-Projekt. Das unterstrichen auch die Loitzer Bürgermeisterin Christin Witt und der Peenetal-Amtsvorsteher, Görmins Dorfoberhaupt Thomas Redwanz, mit ihren Erklärungen. Schon wirklich weit aus dem Fenster lehnen wollte sich trotzdem keiner der Drei.

Bereits Vorgespräche mit Investoren geführt

Immerhin seien noch nicht alle Eigentumsfragen geklärt und vieles der vorhandenen Bausubstanz marode. Doch bei den Häusern Nummer 144 und 146 sitzt der Denkmalschutz mit im Boot, was den Spielraum von Kommune, Planern und Investoren einschränkt. Vieles passierte und passiert da im Hintergrund, ohne dass eine Realisierung undenkbar wäre, wie die Bauamtsleiterin erläuterte. So liefen von Oktober bis Februar drei gutachterliche Betrachtungen – zu Schadstoffbelastung, holztechnischen Belangen und Baugrund. Nun folge noch eine Statik-Expertise. „Wir müssen sehen, was können wir retten und was müssen wir wegreißen.“

Denkmalschutz spielt auch eine Rolle

Zu diesen Fragen soll es im August noch ein Treffen mit Vertretern der Denkmalschutzbehörden geben. „Dann erst kann Herr Mittelbach loslegen mit der Vorplanung. Und erst dann ist überhaupt eine Kostenschätzung möglich“, machte Christiane Strobl klar. Die wiederum stelle letztlich die belastbare Grundlage für Gespräche mit potenziellen Investoren dar. Mit solchen gab es laut den Bürgermeistern Witt und Redwanz bereits Vorgespräche. „Aber wir haben noch nicht Ross und Reiter, die wir benennen können“, so Letzterer.

Zum Glück gibt es Fördermittel

„Das verschlingt alles viel Geld, aber da kommen wir nicht drum herum“, kommentierte die Bauamtschefin die umfangreichen Vorarbeiten und dicken Aktenordner voller Antragsformulare. Glücklicherweise habe Loitz vergangenes Jahr nicht nur eine Fördermittelzusage über 630 000 Euro aus dem Fonds zur Unterstützung Ländlicher Gestaltungs-Räume erhalten, um das finanziell bewältigen zu können – exklusive 70 000 Euro Eigenanteil –, sondern überdies eine 750 000-Euro-Tranche aus dem Städtebausanierungsprogramm bewilligt bekommen, wovon Bund und Land jeweils ein Drittel übernehmen. Für 2020 sei ein Nachschlag in der gleichen Höhe in Aussicht, um diesem Projekt den Weg zu ebnen. „Wir hoffen jeden Tag, jede Woche auf die Bewilligung.“ Zumal für nächstes Jahr sogar eine dritte Zuteilung dieser Größenordnung anvisiert werden soll.

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