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Wieder ein Feuerteufel unterwegs rund um Demmin?

Zwei Verchener Feuerwehrleute löschen gegen das Strohfeuer in der Bornitz an - ein aussichtsloser Kampf.             
Zwei Verchener Feuerwehrleute löschen gegen das Strohfeuer in der Bornitz an - ein aussichtsloser Kampf.  
Thoralf Plath

Drei Feuer in Strohlagern brachen in der Nacht von Sonnabend zum Sonntag im Abstand von je gut zwei Stunden in Utzedel, Beggerow und am Kummerower See aus. Die Feuerwehr ist sich sicher: Das war Brandstiftung.

Als der erste Alarm auflief in der Einsatzleitstelle, war es Sonnabendabend 22.30 Uhr und alles sah danach aus, als sei es das Übliche. Die Ernte läuft auf Hochtouren, auch Feuerwehrleute schlafen jetzt schlecht, denn schnell brennt in solchen Zeiten mal ein Stoppelfeld. Doch das Strohlager, das da um kurz vor Mitternacht am Rand von Beggerow lichterloh in Flammen stand, war kein Fall von Erntebrand oder Selbstentzündung.

Darauf wies spätestens alles hin, als knapp zwei Stunden später die Feuerwehren Schönfeld und Verchen am Kummerower See ausrücken mussten: Dort brannte nun ein weiteres Strohlager, in der so genannten Bornitz, einem Einzelgehöft etwa in der Mitte zwischen beiden Dörfern. 1700 Großballen Stroh hat der Borrentiner Landwirt Klaus-Uwe Flöthmann dort unter freiem Himmel gelagert - ein Großteil loderte bereits mit meterhohen Flammen, als die Löschtrupps eintrafen, der Widerschein des gewaltigen Strohfeuers war kilometerweit zu sehen am Nachthimmel. Die Feuerwehrleute kamen kaum noch nah genug an die Riesenfackel heran, "keine Chance, da drinnen noch was zu löschen. Da kann man nur an den Rändern aufpassen, dass sich das Feuer nicht weiter ausbreitet", sagte Heiko Bickert von der Feuerwehr Verchen. Dann lief in der Einsatzleitstelle ein dritter Alarm auf: 2.31 Uhr, Brand eines Strohlagers, Utzedel. Jetzt war der letzte Zweifel weg: Da zündelt einer.

Zu dieser Zeit hatten die Feuerwehren Beggerow, Sarow und Pentz-Gnevezow den Kampf gegen das Großfeuer am Dorfrand schon aufgegeben. Sogar die Demminer waren von der Leitstelle alarmiert worden und kamen mit einem Tanker zur Unterstützung, doch 800 Ballen Gerstenstroh aus frischer Ernte in einem alten Betonstall ohne viel Zugang - keine Chance.

Als gegen halb drei der Alarm aus Utzedel auflief, rückte die Sarower Feuerwehr daher mit Blaulicht und Sirene ab, um in der Nachbargemeinde mitzuhelfen, knapp zehn Kilometer sind es von Beggerow aus. In Utzedel war mittlerweile auch die Kameraden aus Sternfeld/Teusin eingetroffen, drei Wehren kämpften mit gut 40 Frauen und Männern darum, dass die Flammen des Freilagers nicht auf einen benachbarten Reifenstapel und weitere Strohbunde überschlugen.

In allen drei Orten, in Utzedel wie in Beggerow und in der Bornitz, waren sich die Feuerwehrleute sicher, dass hinter der üblen Aktion ein Brandstifter steckt. Die Polizei ermittelt und beziffert den Schaden auf 42 000 Euro.