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Hunger aufgrund von Trockenheit

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Wird die anhaltende Dürre den Störchen gefährlich?

Den Jungstörchen in Pensin scheint es derzeit nicht an Futter zu fehlen.
Den Jungstörchen in Pensin scheint es derzeit nicht an Futter zu fehlen.
Denny Kleindienst

Zuletzt reichten Funken aus, um Felder in der Region in Brand zu setzen. Heiß gelaufene Maschinen brannten völlig aus. Derweil gibt es Meldungen, dass auch Störche wegen der anhaltenden Trockenheit kaum noch Nahrung finden. Auch in unserer Region?

In Ferdinandshof, im südlichen Vorpommern, haben Hans und Hannelore Gotthardt begonnen, Störche zu füttern. „Ich bin jetzt schon 50 Jahre in Ferdinandshof und kann mich nicht erinnern, dass wir jemals eine so lange Trockenzeit überstehen mussten“, sagt Hans Gotthardt. Zu den Folgen dieser Wetterlage gehört auch, dass die Störche keine Nahrung mehr finden. Gibt es nicht genug Futter für den Nachwuchs, werden die Küken aus dem Nest geworfen. Als das Nahrungsangebot wegen der langen Trockenheit immer schlechter wurde, wurden die Ferdinandshofer aktiv. Inzwischen füttern sie regelmäßig zweimal am Tag.

Was die Störche im Demminer Raum angeht, sagt der regionale Storchenbeauftragte Friedhelm Ziemann: „Auf jeden Fall haben sie Probleme.“ Leute wie die Gotthardts, die selbst mit dem Füttern angefangen haben, sind ihm allerdings nicht bekannt. Soweit er das mitbekommen hat, sind im Demminer Raum bisher auch nicht massiv Junge aus den Nestern geschmissen worden. Allerdings hätten viele Storchenpaare in diesem Jahr auch gar keine Jungen. „Es sieht so aus, dass es dieses Jahr noch weniger Paare gibt als letztes Jahr.“ Ziemann schätzt, dass es fünf bis sieben Paare weniger sind in der Demminer Region.

Jungstorch wird im Naturerlebnispark aufgepäppelt.

Von 30 Paaren spricht Mike Hartmann, der Kollege von Friedhelm Ziemann im Umweltamt des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte. Allerdings gibt es Hartmann zufolge gleich zweimal eine Vierer-Brut, also Paare mit vier Jungen. Das eine Paar im Demminer Eichholz hat sogar fünf Jungen gehabt. Ein Jungstorch ist aber aus dem Nest geschmissen worden. Er wird derzeit im Naturerlebnispark Mühlenhagen bei Altentreptow aufgepäppelt. Hartmann zufolge sind die Jungstörche inzwischen auch schon so groß, dass sie von ihren Elterntieren zum Beispiel mit Mäusen gefüttert werden. Und die gibt‘s nach wie vor. Regenwürmer, das bevorzugte Essen in den ersten Tagen, seien dagegen Ende April und Anfang Mai noch ausreichend vorhanden gewesen.

Die Vierer-Brut in Beggerow gibt es wohl auch nicht ganz zufällig. Vor zwei Jahren wurden im Bereich des dortigen Windparks Renaturierungsmaßnahmen durchgeführt. „Das hat sich bewährt“, sagt Mike Hartmann. In den Feuchtgebieten finden die Störche allem Anschein nach ausreichend Nahrung.

Ein guter Platz für Störche, gerade in Zeiten der Dürre, scheint auch das Nest über der Feuerwehr in Pensin zu sein. Ein Storchenpaar mit zwei Jungen wohnt dort. „Sieht alles aus wie immer“, sagt Hartmut Kunkel, der Platzwart auf dem nahen Wasserwanderrastplatz. Die Jungen würden gerade das Fliegen üben. Kunkel vermutet, dass die Störche in den rundum liegenden Poldern genug zu fressen finden. „Zumindest fliegen die immer darüber.“

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