Das Feuer tötete fast 50.000 Schweine, viele von ihnen waren noch kleine Ferkel.
Das Feuer tötete fast 50.000 Schweine, viele von ihnen waren noch kleine Ferkel. Stefan Hoeft
Ferkelfabrik

▶ Wird die Brandkatastrophe von Alt Tellin nie aufgeklärt?

Noch laufen Vernehmungen zum Brand in der Schweinezuchtanlage Alt Tellin im vergangenen Jahr. Die Staatsanwaltschaft hofft weiter, den Verursacher zu finden. Doch das wird dauern.
dpa
Alt Tellin

Knapp ein Jahr nach dem Großbrand in der Schweinezuchtanlage Alt Tellin wird es wohl noch bis mindestens Mitte des Jahres dauern, ehe die genaue Brandursache ermittelt worden sein wird. Wie ein Sprecher der Stralsunder Staatsanwaltschaft am Montag sagte, laufen nach dem Brandgutachten eines Experten weiter Vernehmungen.

Backhaus will Bilanz ziehen

„Noch haben wir die Hoffnung, dass wir den oder die Verursacher für den Brand finden werden”, sagte der Sprecher. Das werde aber mindestens bis Mitte 2022 dauern. An diesem Mittwoch will Mecklenburg-Vorpommerns Agrar- und Umweltminister Till Backhaus (SPD), der danach neue Stallplanungen in Mecklenburg-Vorpommern gestoppt hatte, eine Bilanz ziehen.

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Am 30. März 2021 war in der Zuchtanlage mit rund 50.000 Schweinen, davon 80 Prozent Ferkel, ein Feuer ausgebrochen. Die Ställe brannten so schnell nieder, dass nur 1300 Tiere gerettet wurden. Ein Gutachter untersuchte die Ruinen und technischen Vorgänge über Monate hinweg und schloss einen technischen Defekt als Brandursache aus. Nun wird weiter ermittelt, ob das Feuer fahrlässig oder vorsätzlich zustande kam.

Video-Reportage in Alt Tellin (11:17 Min):

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Schwerster Stallbrand Deutschlands

Es war laut Tierschutzbund der schwerste Stallbrand in Deutschland seit Jahren. Den Schaden schätzte die Staatsanwaltschaft auf rund 40 Millionen Euro. Die Anlage gehört der Landwirtschaftlichen Ferkelzucht Deutschland (LFD-Holding) (Roßdorf, Sachsen-Anhalt), nach eigenen Angaben größter Ferkelproduzent in Deutschland. Eine Biogasanlage, die vor dem Feuer gerettet wurde, läuft in Alt Tellin noch.

Was an dem Standort entstehen soll, ist laut Eigentümer noch unklar. In der Gemeinde hofft man auf eine tierwohlgerechtere, kleinere Anlage. Die LFD hat nach eigenen Angaben 400 Mitarbeiter in 11 Betrieben in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Bayern, Thüringen und Brandenburg, in denen 55.000 Sauen stehen.

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