DEMMINER BAUPROJEKT

Wobau investiert in rollstuhlgerechte Wohnungen

Mit zwei neuen Wohnungen will die Demminer Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft GmbH vor allem Rollstuhlfahrer unterstützen. Ein günstiges Unterfangen ist das nicht. Weder für die Gesellschaft noch die künftigen Mieter.
Was noch eine Baustelle ist, soll spätestens im Mai eine fertige Wohnung sein.
Was noch eine Baustelle ist, soll spätestens im Mai eine fertige Wohnung sein. Karsten Riemer
Laut Wobau-Chef Roman Gau gibt in der Gegend kaum rollstuhlgerechte Wohnungen.
Laut Wobau-Chef Roman Gau gibt in der Gegend kaum rollstuhlgerechte Wohnungen. Karsten Riemer
Demmin.

Auch wenn die meisten städtischen Neu- und Umbaumaßnahmen in Demmin aufgrund der Corona-Krise ruhen, tut sich baulich dennoch etwas in der Hansestadt. Zwar sind die Arbeiten am Mehrfamilieneckhaus in der Holstenstraße auf den ersten Blick kaum auszumachen, die Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft Demmin GmbH (Wobau) ist jedoch eifrig dabei ihre großen Pläne für das Erdgeschoss umzusetzen. Eine spezielle Bevölkerungsgruppe soll von dem neu geschaffenen Wohnraum profitieren.

„Seit dem Bau des Hauses wurden die Räumlichkeiten immer gewerblich genutzt“, so Wobau-Geschäftsführer Roman Gau. Zuletzt durch einen Döner-Imbiss. 2017 ging die Fläche an die Demminer Gesellschaft über, inklusive des Leerstands. „Die Frage, die sich stellte, war, ob wir es als Gewerberäume oder Wohnungen herrichten“, sagt Gau. Die Entscheidung fiel zugunsten privater Mieter und konkret zugunsten von Rollstuhlfahrern.

Wohnungen für Familienleben geeignet

„Es gibt hier kaum rollstuhlgerechte Wohnungen“, sagt er. Und die, die es gebe, seien vor allem Ein- oder Zweiraumwohnungen und damit für ein Familienleben nicht geeignet. Die zwei neuen Unterkünfte sind daher als Dreiraumwohnungen konzipiert. Rund 74 Quadratmeter Fläche stehen den künftigen Mietern zur Verfügung. Zudem sind Arzt sowie Einkaufsmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe vorhanden. „Das bietet sich an“, so der Geschäftsführer.

Circa 130.000 Euro investiert das Unternehmen in den Umbau. So muss beispielsweise für eine ebenerdige Dusche gesorgt werden. Zudem ist ausreichend Platz zum Rangieren notwendig. Auch ein großer Abstellraum als Kellerersatz ist eingeplant. „Wichtig ist außerdem, dass das Auto dicht an der Wohnung ist“, so Gau. So sollen auch die Außenbereiche des Eckhauses, wie die bislang vorhandenen Treppen, umgestaltet werden.

Zwar liegt die kalkulierte Kaltmiete für die neuen Wohnungen mit ungefähr sechs Euro über dem aktuellen Mietspiegel der Hansestadt, bei der Auswahl und Größe der Flächen habe sich die Wohnungsgesellschaft aber an die Regelsätze des Jobcenters gehalten. „Die sind bei Rollstuhlfahrern größer“, so Gau.

Besichtigungen ab sofort möglich

Wann genau die Arbeiten abgeschlossen sind, steht allerdings noch aus. Das liegt zum Teil auch an der Corona-Krise. So müssen sich die unterschiedlichen Gewerke abstimmen, wann auf der Baustelle gearbeitet werden kann. Derzeit rechnet Gau mit einer Fertigstellung im Zeitraum April und Mai. Ab Juni könnten demnach die ersten Mieter in den umgestalteten Räumen einziehen. „Besichtigungen sind aber ab sofort möglich“, sagt er. Wie hoch die tatsächliche Nachfrage ist, lässt sich nicht genau sagen. „Wir haben das aber intern eruiert“, sagt der Geschäftsführer. Dabei sei herausgekommen, dass Anfragen nach Rollstuhlwohnungen nur schlecht bedient werden konnten.

Klar ist allerdings, dass die zwei Wohneinheiten nicht für sonstige Mieter blockiert werden. „Die Wohnungen leer stehen zu lassen, können selbst wir uns nicht leisten“, so Gau. Etwas Spielraum für eine verzögerte Vermietung sei allerdings gegeben. Demnach wird jedoch auch in diesem Bauprojekt das Angebot von der allgemeinen Wohnraumnachfrage geregelt werden.

 

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