CORONA-PANDEMIE

Wohin können Urlauber denn überhaupt noch reisen?

Viele Länder versperren Urlaubern wegen der Corona-Pandemie den Zutritt. Heike Behrens vom Demminer Reisebüro ist ratlos: Obwohl sie damit ihr Geld verdient, muss die Geschäftsfrau von Fernreisen abraten.
Jein – der Strand von Varadero in Kuba könnte klappen, aber die meisten Strände sind unerreichbar geworden.
Jein – der Strand von Varadero in Kuba könnte klappen, aber die meisten Strände sind unerreichbar geworden. Kai Horstmann
So eine Krise hat Heike Behrens noch nie erlebt. Im Grunde sind die meisten Reisekataloge in diesen Tagen nichts als wertloses
So eine Krise hat Heike Behrens noch nie erlebt. Im Grunde sind die meisten Reisekataloge in diesen Tagen nichts als wertloses Papier. Kai Horstmann
Hier stapeln sich die Reisekataloge, doch in Zeiten wie diesen sind sie wertlos.
Hier stapeln sich die Reisekataloge, doch in Zeiten wie diesen sind sie wertlos. Kai Horstmann
Zum Kloster Roussanou Nunnery im griechischem Meteora darf man reisen.
Zum Kloster Roussanou Nunnery im griechischem Meteora darf man reisen. Kai Horstmann
Demmin.

„Reise, so viel du kannst, so weit du kannst, so lange du kannst. Man lebt nicht nur, um an einem Ort zu verweilen.“ Der Spruch, den Heike Behrens in ihrem Reisebüro in der Demminer Clara-Zetkin-Straße ausgestellt hat, klingt wie aus einer ganz anderen Zeit. Aber wie ist es denn nun mit dem Verreisen während der Corona-Pandemie? Der Nordkurier machte den Test und wollte wissen, wohin der nächste Trip gehen kann. Das Ergebnis ist ernüchternd: „Von Fernreisen muss ich jedem abraten, obwohl ich ja dazu da bin, Reisen zu verkaufen. Aber momentan bekomme ich gar keine Flüge in diese Länder. Eine Ausnahme bilden die Malediven und ab 31. Oktober Kuba“, sagt Heike Behrens.

Ständig ändern sich die Regelungen

Wie Spanien gehört Frankreich mittlerweile zu den Risikogebieten. Wer dorthin fährt, der muss sich nach seiner Rückkehr erst einmal 14 Tage in Quarantäne begeben. Heike Behrens selber hatte in diesem Jahr drei Reisen geplant, eine in die Türkei, ein Wellness-Urlaub in Binz und eine Aida-Kreuzfahrt nach Norwegen. Nicht eine hat sie angetreten. Stattdessen ist die Reisebürokauffrau nicht nur für sich am Stornieren von bereits gebuchten Reisen, sondern auch für die ihrer Kunden. „Stand heute kann ich nur Reisen nach Griechenland und an die Atlantikküste von Portugal anbieten, zudem auch noch nach Polen. Ansonsten habe ich nur noch Urlaub in Deutschland im Angebot. Aber wer eine 14-tägige Reise bucht, der muss bedenken, dass das aus heutiger Sicht eine lange Zeit ist. Die Regierung sagt heute hüh und morgen hott, ständig ändern sich die Regelungen”.

„Unglaublich, was sich jetzt hier abspielt!”

Gegründet hat sie ihr Reisebüro 1993. Mit den Jahren hat Behrens so manche Krise überwunden, wie die Folgen des 11. September 2001, den Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjfjallajökull 2010 und die Pleiten von Air Berlin, Germania und Thomas Cook-Reisen. Aber die Corona-Pandemie sprengt alles bisher Dagewesene. „Was sich jetzt hier abspielt, das ist unglaublich. Selbst wenn ich eine Reise verkaufe, weiß ich nicht, ob der Kunde sie antritt. Jetzt wäre der Verkauf für die Wintersaison mit Reisezielen wie Ägypten, Asien und der Karibik in vollem Gange. Ab November würde der Verkauf der Sommer-Reisen beginnen. Aber nichts, rein gar nichts läuft. Stattdessen habe ich Einbußen von 90 Prozent“, stöhnt Heike Behrens.

Die Buchungen in deutsche Hotels fangen das bei Weitem nicht auf. Die denken in erster Linie an sich und versuchen, so hohe Gewinne zu machen wie möglich, sagt die Fachfrau. Die Reisebüroinhaberin erklärt das so: Wir haben den Hotels Übernachtungen vermittelt und dafür eine Provision erhalten. Bei vielen Hotels und Hotelketten aber nur einmal, weil die Hotels und auch die Reiseveranstalter die Anschriften der Kunden aufgeschrieben haben. Nun schreiben diese ihre Kunden regelmäßig an, damit sie wieder bei ihnen buchen. So entfällt die Provision an das Reisebüro. „Wir Reisebüros haben die Veranstalter in so eine Position gebracht, dass sie so mächtig geworden sind.“

Alle nötigen Informationen mit auf den Weg

Zudem buchen viele Urlauber übers Internet. So muss man kein Geschäft betreten. Der Nachteil: „Weitgehend gibt es nur einen schlechten bis gar keinen Service. Aber erst, wenn es zu Schwierigkeiten kommt, fällt so manchem das Reisebüro um die Ecke ein”, weiß die Demminerin.

Heike Behrens jedenfalls gibt ihren Kunden alle nötigen Informationen mit auf den Weg und ist auch nach der Buchung ständiger Ansprechpartner. So erfährt man im Reisebüro, welche Länder und Gebiete als Risikogebiet gelten. „Zudem ist es ein Irrglaube, dass Internetangebote immer billiger sind als das Reisebüro.“

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Kommentare (1)

Nicht überall sitzen Volksverräter in der Regierung. Also einfach mal Urlaub von Korruption, Verlogenheit und Plandemie machen!