Wasserpest und Entenflott

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Wohin mit all dem Kraut in Demmin?

Während im Mühlengraben trotz aller Mühe das Grünzeug kaum abnimmt, wachsen an Land die Haufen. Nach Einschätzung der Stadtwerke sollen sie sich erst einmal setzen. 
Während im Mühlengraben trotz aller Mühe das Grünzeug kaum abnimmt, wachsen an Land die Haufen. Nach Einschätzung der Stadtwerke sollen sie sich erst einmal setzen.
Georg Wagner

Wasserpest und Entenflott aus dem Mühlengraben zu bergen, ist schon schwer genug. Doch je mehr davon angelandet wird, desto dringender stellt sich auch die Frage der endgültigen Entsorgung. Und der Bezahlung.

Als Wolfgang Staroske und seine Vereinskameraden vom Wassersportverein „Hanseat“ mit Harken das schier unermessliche Kraut aus dem Mühlengraben zogen, trieb ihnen nicht nur das Gewicht des Grünzeugs den Schweiß auf die Stirn. Mit den Haufen an Land wuchs auch eine andere Sorge: Wohin mit all dem grünen Treibgut? „Wir machen das schon alles in Handarbeit und dann sollen wir wahrscheinlich auch noch für den Transport geradestehen...“, sinnierte Staroske und musst den Satz nicht beenden. Auch so war klar, was er meinte. Nach dem Bergen auch noch für die Entsorgung der aus der Peene hereingetriebenen Pflanzen aufkommen zu müssen, das würde aus Sicht der Skipper dem Fass den Boden ausschlagen.

Aufgestellte Container wieder verschwunden

Tatsächlich scheint derzeit nicht ganz klar, wie die Berge an pflanzlichem Abfall entsorgt werden sollen. Zwar hatten die Stadtwerke auf Veranlassung des Bürgermeisters zunächst zwei kleine Container bereitgestellt, doch die sind mittlerweile wieder weg. Sie hätten ohnehin kaum ausgereicht. Jetzt warte man erst einmal darauf, dass das Wasser aus den angelandeten Haufen ablaufe, diese sich setzen und an Masse verlieren, so Karsten Behrens von den Stadtwerken. „Wir wollen ja nicht das Wasser transportieren.“ Danach könnten die Stadtwerke den Kompost mit größeren Containern oder Lkw abfahren.

Allerdings müsse dafür auch geklärt werden, wer für die Kosten aufkommen soll. „Wir stehen mit den Transportleistungen bereit, aber es muss sichergestellt sein, dass die Rechnung dann auch an den richtigen Adressaten geht“, sagt Behrens. Zurzeit seien die Mengen noch bezahlbar. „Aber was ist, wenn das Kraut kilometerweit abgefischt oder neues angeschwemmt wird?“

Landwirt will Grünzeug auf Feldern unterpflügen

Das ist indessen nicht die einzige Frage bei der Entsorgung von Wasserpest und Co. Ebenso nötig wird eine Art Endlager. „Das sind Bioabfälle und so müssen sie auch behandelt werden“, sagt der Leiter des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) in Neubrandenburg, Christoph Linke. Die Behörde entkrautet alljährlich Trebel und Tollense und hat für sich einen Entsorgungsweg gefunden. Man habe das Kraut untersuchen lassen und dürfe es auf landwirtschaftlichen Flächen ausbringen, sagt Linke. Die Bauern pflügen es dann unter.

Diesen Weg will man dem Vernehmen nach auch in Demmin gehen. Ein Landwirt aus der Umgebung sei bereit, das Grünzeug aus dem Wasser auf seinen Flächen einzuarbeiten, weiß Karsten Behrens. Allerdings sind es einige Kilometer Fahrstrecke dorthin. „Auch deshalb schlagen wir vor, mit Lkw zu fahren. Aber die Frage ist die endgültige Menge. Da ist noch alles offen.“