Straßenausbau erneut aufgeschoben
Wut über Schlaglochpiste nach Seedorf steigt

Von tiefen Löchern gezeichnet ist die Straße durch die Woldeforst nach Seedorf. Und daran wird sich auch dieses Jahr wohl nichts ändern. 
Von tiefen Löchern gezeichnet ist die Straße durch die Woldeforst nach Seedorf. Und daran wird sich auch dieses Jahr wohl nichts ändern.
Georg Wagner

Wann wird endlich die Straße durch die Woldeforst instand gesetzt? Vor allem Seedorfer drängen darauf, doch sie werden weiter vertröstet.

Wenn es auf der Straße von Seedorf durch die Woldeforst an etwas nicht mangelt, dann sind das Löcher. Tief und scharfkantig übersäen sie seit Jahren den Asphalt auf der schmalen Verbindung zwischen dem Demminer Ortsteil und der Woldeforster Straße. Die Seedorfer wissen das gut. Auch wenn sie den etwas längeren Weg über Wotenick nehmen könnten, für sie ist die Waldstraße die altgewohnte Verbindung nach Demmin. Umso mehr ärgern sie sich darüber, dass sie hinsichtlich einer Ausbesserung Jahr um Jahr vertröstet werden.

Schon 15 Jahre vertröstet

Bevor die Gemeinde Wotenick und das damals zu ihr gehörende Seedorf 2004 nach Demmin eingemeindet wurden, habe man ihnen mittelfristig die Instandsetzung der Straße versprochen. Geschehen aber ist seither nichts. Im November vorigen Jahres indes fasste Seedorf neue Hoffnung. Der Vorsitzende des Stadtentwicklungsausschusses, Rainer Tietböhl (SPD), versicherte, dass die Straße im Januar auf die Tagesordnung des Gremiums käme.

Dort gab es jetzt einen Dämpfer. Zunächst war davon die Rede, dass man der neuen Stadtvertretung nicht vorgreifen wolle, dann forderte Tietböhl die Seedorfer auf, sich erst einmal selbst zu überlegen, welche Straße zuerst gemacht werden solle.

Das haben die nach ihrer Ansicht aber schon getan und zwar in Form einer Unterschriftenaktion, bei der sich die überwiegende Mehrheit für die Straße durch den Wald ausgesprochen habe. Sie sei der ursprüngliche Hauptweg zwischen Demmin und Seedorf, so CDU-Stadtvertreter Gerry-Jan Stegink.

Bauamtsleiter Dietmar Schmidt bezifferte die voraussichtlichen Kosten für die Straßenerneuerung auf 170 000 Euro. Das wäre aber nur eine einfache Bauweise, bei der Straße gleich breit bliebe, die Bankette herangearbeitet würden und die Fahrbahn einfach doppelt asphaltiert würde.

Start frühestens 2020

Besonders widerstandsfähig und damit dauerhaft klingt das nicht, und nach besonderer Eile klang nicht, was im Ausschuss zu hören war. „Wir sollten jetzt in Ruhe besprechen, wann man anfängt“, so Rainer Tietböhl. „Klar muss sein, dass eine solche Maßnahme nicht in einem Jahr zu machen ist. Es wird sich über mehrere Jahre hinziehen. Es gibt auch eine Prioritätenliste. Wenn die geändert werden soll, muss man sie sich noch einmal vornehmen.“

Auf der Seedorfer Seite hört man so etwas gar nicht gern. Seit 15 Jahren sei nichts geschehen, ereiferte sich am Tag nach der Sitzung ein Bürger. Da könne es nicht angehen, dass jetzt wieder alles aufgeschoben werde. Beginnen wird der Bau in diesem Jahr auf keinen Fall. „Die Maßnahme steht nicht im Haushalt“, so Bürgermeister Michael Koch (CDU). „Es wird also frühestens 2020 losgehen.“