NEUER RATHAUSCHEF

Zahlt Demmin bald nachträgliche Corona-Hilfen?

Demmins neuer Bürgermeister hat etliche Ideen für kleine und große Verbesserungen in der Stadt. An einem wichtigen Vorhaben wird im Rathaus bereits getüftelt.
Demmins neuer Bürgermeister Thomas Witkowski feilt an kleinen und großen Ideen für die Stadt und ihre Bewohner
Demmins neuer Bürgermeister Thomas Witkowski feilt an kleinen und großen Ideen für die Stadt und ihre Bewohner. Christine Gerhard
Demmin ·

Den Schreibtisch im Demminer Bürgermeisterbüro kannte Thomas Witkowski bis vor gut einer Woche nur von der anderen Seite. Nun hat er seine Unterlagen vor den beiden Bildschirmen und dem Foto seiner Familie gestapelt. Auf dem noch nicht ganz eingesessenen Bürostuhl arbeitet der CDU-Mann an seinen ersten Plänen als Bürgermeister.

Parkticket per Smartphone unkomplizierter als gedacht

Das Amt hat er zu einer Zeit übernommen, in der mehrere Großprojekte laufen beziehungsweise bevorstehen, die Gestaltung der Mühlengraben-Promenade durch Demmin etwa oder die Komplettsanierung der Pestalozzi-Schule. Damit sich die Stadt nicht übernimmt, stehen auf Witkowskis Agenda für die erste Zeit deshalb hauptsächlich kleinere bis mittlere Projekte. Darunter auch eine technische Innovation beim Parken, die sich laut dem Bürgermeister nach genauerer Prüfung als weniger aufwendig herausgestellt hatte als ursprünglich gedacht. „Wenn ich in den Urlaub fahre, kann ich überall per Handy fürs Parken zahlen“, hat Witkowski beobachtet. „Für mich gehört das zu einer modernen Stadt.“ In Demmin jedoch ist das bislang nicht möglich. Nach Rücksprache mit dem Ordnungsamt und einem ersten Kontakt zu einer Firma stellte sich heraus: „Die Parkautomaten müssten dafür nicht ausgetauscht werden.“ Nun sei zu eruieren, „was gut und sinnvoll ist“.

Ein anderes kleines Vorhaben, von dem sich der Bürgermeister eine große Wirkung verspricht, ist neben der laufenden Vorbereitung des schon länger geplanten Rückkehrertags die weitere Begrünung der Stadt mit zusätzlichen Blumentöpfen. Finanziell lasse der Haushalt dies nach Angaben der Kämmerei ohne Probleme zu. „Wir brauchen keine Extragelder“, so Witkowski.

Geh- und Radwege sollen schnellstmöglich saniert werden

Weil aber eine blühende Stadt nicht allein von attraktivem Blumenschmuck lebt, möchte er bei den Geh- und Radwegen im Innenstadtbereich und der Peripherie, die sich laut Witkowski teilweise in einem schlechten Zustand befinden, nicht warten. Ihre Sanierung soll daher unabhängig von etwaigen anderen, längerfristigen Bauvorhaben an den Straßen besprochen und nach einer Prioritätenliste sukzessive in Angriff genommen werden. „Natürlich werden nicht 2022 alle Gehwege saniert sein“, ist sich Witkowski bewusst. Länger aufschieben will er das Problem aber nicht.

Größere Baustellen möchte Witkowski dagegen angehen, sobald die Kapazitäten dafür wieder frei sind. Ein wichtiges Vorhaben allerdings befindet sich bereits in der vorläufigen Ausarbeitung: eine finanzielle Hilfe für von der Corona-Krise gebeutelte Demminer Unternehmen. Denn die bisherigen Corona-Hilfen der Stadt mit Stundung der Gewerbesteuer und Unterstützung bei der Werbung waren aus Sicht Witkowskis „noch nicht zufriedenstellend“.

Entwurf für Hilfspaket soll Mitte November stehen

Sein Wunsch sei es deshalb, städtische Gelder für eine Art „fiktiven Unternehmenslohn“ zur Deckung der Lebenshaltungskosten und zur Sicherung der wirtschaftlichen Existenz bereitzustellen. Die vorläufige Idee: Mit Nachweis der Verluste aus dem letzten Lockdown im Vergleich zu den vor der Pandemie erzielten Zahlen können Einzelunternehmen für bis zu fünf Monate eine bestimmte Summe beantragen, bis der Topf leer ist. Wie viel Geld hierfür zur Verfügung gestellt werden könnte, muss nun geprüft und die Förderrichtlinie entsprechend ausgearbeitet werden.

Zur Sitzung des Ausschusses für Wirtschaftsförderung, Umwelt und Tourismus am 16.  November soll sie in den Beratungsumlauf gebracht werden, damit letztlich die Stadtvertreter über das Corona-Hilfspaket entscheiden können. Die Fraktionsvorsitzenden, denen er die Idee bereits vorgetragen habe, hätten mit wohlwollendem Nicken reagiert, so Witkowski.

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Kommentare (3)

... aber warum ausgerechnet der?!

geht man sicher, daß nur soviel gemacht wird damit für Herrscherkaste alles so bleibt wie es ist.

ist sein zweites Zuhause. Das war schon immer so. In Frankreich gibt es vier Elite-Unis - Grande écoles genannt - für angehende Führungskräfte. Denn dass es Führung braucht kann niemand ernsthaft bezweifeln.