BAUARBEITEN

Zugausfälle – Frust am Bahnsteig in Demmin und Altentreptow

Obwohl die Sperrung der Strecke Altentreptow–Demmin–Grimmen erst ab September angekündigt wurde, fallen schon seit Tagen reihenweise Züge aus. Schienenersatzverkehr? Fehlanzeige.
Im Zweifel bleiben die Gleise leer – schon vor den großen Baumaßnahmen ab September gucken Bahnreisende zwis
Im Zweifel bleiben die Gleise leer – schon vor den großen Baumaßnahmen ab September gucken Bahnreisende zwischen Grimmen und Neubrandenburg in die Röhre. Schienenersatzverkehr gibt es nicht. Karsten Riemer
Demmin ·

Zugausfälle werden für Bahnreisende immer wieder zur Nervenprobe, vor allem dann, wenn sie völlig überraschend kommen und sich noch dazu über einen längeren Zeitraum erstrecken. Ein Problem, das derzeit auch die Menschen, die auf die Zugstrecke zwischen Neubrandenburg und Grimmen angewiesen sind, beschäftigt. Denn seit dem 11.  August fallen gleich mehrere Verbindungen ersatzlos weg.

„Das ist gerade bei den Zügen, die um 6.44  Uhr von Altentreptow nach Demmin und um 7.16  Uhr nach Neubrandenburg fahren besonders ärgerlich, weil die normalerweise von vielen Schülern und Berufspendlern genutzt werden. Bei der Deutschen Bahn kommt aber anscheinend auch niemand auf die Idee, stattdessen Busse einzusetzen. Dafür habe ich absolut kein Verständnis“, machte eine Leserin ihrem Unmut Luft. Tatsächlich fehlen sogar die entsprechenden Hinweise, wie am Demminer Bahnhof, in den Schaukästen der Bahn. Heißt: Der Zug kommt schlicht nicht und Fahrgäste warten im Zweifel vergebens am Gleis. Betroffen davon sind allerdings nicht alle Verbindungen. Die sogenannten Langläufer auf der Strecke „Wünsdorf-Waldstadt – Berlin – Neubrandenburg – Stralsund“ verkehren weiterhin wie gewohnt.

Eigentlich hatte der Eisenbahnkonzern große Einschränkungen erst ab dem 1.  September angekündigt. Denn dann fällt der Startschuss für die insgesamt rund 20 Millionen Euro teuren Brücken- und Gleisbauarbeiten auf der Strecke Altentreptow–Demmin–Grimmen, die dafür bis Dezember zunächst komplett, danach bis Juni 2022 in Teilen gesperrt werden muss.

Bahn: Mit Ersatzverkehr-Bussen würden Reisende nur stranden

Doch warum kommt es schon jetzt vermehrt zu Zugausfällen? Wie ein Bahnsprecher auf Anfrage des Nordkurier erklärte, seien diese Unregelmäßigkeiten im Bahnverkehr auf oberbautechnische Mängel im Abschnitt zwischen Demmin und Grimmen zurückzuführen, die beseitigt werden müssten. Infolgedessen musste die Streckengeschwindigkeit von 100  km/h auf 20  km/h heruntergesetzt werden, wodurch sich die Fahrzeit der Züge auf der Strecke logischerweise verlängert.

Um dennoch einen stabilen Taktfahrplan sicherzustellen, sei mit dem Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) ein Brechen der Linie RE  5 entschieden worden. Dieser Zustand soll noch bis einschließlich 31.  August bestehen bleiben. „Ein Schienenersatzverkehr kann allerdings nicht angeboten werden, da die Busse auch eine längere Fahrtzeit haben. Somit würden die Züge sowohl in Neubrandenburg als auch in Grimmen zur Weiterfahrt nicht erreicht werden können. Unsere Kunden würden dann dort stranden, was wir natürlich vermeiden wollen“, so der Sprecher.

Während der geplanten zehnmonatigen Sperrung ab September werde es aber Schienenersatzverkehr geben. Die entsprechenden Fahrpläne seien bereits unter www.bahn.de einsehbar und hängen auch bereits an den Bahnhöfen aus. In den nächsten Tagen bleibt Pendlern auf dem Streckenabschnitt aber nichts anderes übrig, als eine andere alternative Verbindung zu nehmen oder aufs Auto umzusteigen, sofern sie denn eins haben und schon einen Führerschein besitzen.

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