SCHLECHTES IMAGE

Zwei Demminer Jungs sollen das Boxen retten

Zwei Boxer des VIP Boxing Demmin gehören zur MV-Landesauswahl, die jetzt gegen eine polnische Auswahl antreten wird. Ihre Trainer möchten zugleich das Image der Sportart aufpolieren, die in manchen Kreisen in Verruf geraten ist.
Kai Horstmann Kai Horstmann
Ordentliche Jungs, keine Straßenkämpfer: John Himmelspach (l.) und Georgios Kozanashvili treten in Demmin gegen ein
Ordentliche Jungs, keine Straßenkämpfer: John Himmelspach (l.) und Georgios Kozanashvili treten in Demmin gegen eine polnische Delegation an. Im Auftrag ihrer Trainer sollen die beiden auch den Ruf ihrer Sportart aufpolieren. Kai Horstmann
John Himmelspach freut sich auf seinen Kampf vor heimischem Publikum.
John Himmelspach freut sich auf seinen Kampf vor heimischem Publikum. Kai Horstmann
John Himmelspach und Georgios Kozanashvili gehören zur MV-Landesauswahl.
John Himmelspach und Georgios Kozanashvili gehören zur MV-Landesauswahl. Kai Horstmann
Demmin.

Wenn am 19. Oktober ab 16 Uhr in der Demminer Beerbaum-Arena ein Wettkampf zwischen einer Auswahl von Boxern aus MV und Polen ausgetragen wird, sind auch die beiden Boxer John Himmelspach und Georgios Kozanashvili vom VIP Boxing Demmin dabei. Zwölf Kämpfe stehen auf dem Programm, die jeweils drei Runden über drei Minuten dauern werden. Während drei Mal die Männer in den Ring steigen, wird der Rest der Kämpfe von den Junioren bestritten.

Besonders werden wohl die Augen auf Himmelspach gerichtet sein. Der 16-Jährige begann erst vor vier Jahren mit dem Boxen, wurde aber schon von 2017 bis 2019 jeweils Landesmeister in seiner Alters- und Gewichtsklasse. „Es ist etwas ganz Besonderes für mich, mein Bundesland bei diesem Boxkampf zu vertreten. Das ist für mich ein zusätzlicher Leistungsansporn, dazu kommt die Freude darüber, dass viele Freunde mir zusehen werden“, sagt John Himmelspach.

In 40 Jahren hat nur einer danebengehauen

Besonders die Technik bei diesem Kampfsport fasziniert den Schüler. So komme es auf die Deckung an, wie man einem Schlag ausweicht, auf die Beinarbeit und natürlich darauf, wie man einen Schlag austeilt. „Es ist ein schönes Gefühl, wenn man einen Boxkampf gewonnen hat. Man steht als Einzelperson in dem Ring, ist ganz allein auf sich gestellt und muss da einfach klarkommen“, schwärmt Himmelspach.

Der VIP-Trainer Joachim Zarmstorf wehrt sich gegen das schlechte Image des Boxsports und sieht in Himmelspach eines von zahlreichen positiven Beispielen. So gehe der Schüler neben anderen Boxkameraden auf das Gymnasium in Demmin. Zarmstorf ist seit 40 Jahren dem Boxsport verbunden. In all den Jahren gab es nur einen, der sich danebenbenommen habe. Dagegen hat der Demminer Verein mit Kai Ahrend und Sandro Scher zwei Deutsche Meister hervorgebracht. „Wir haben hier keine Straßenschläger, wir haben nur ordentliche Jungs“, betont Zarmstorf . Sein Co-Trainer Enrico Scheffler ergänzt: „Wir wollen Sport betreiben und nicht den Jungs beibringen, wie man sich auf der Straße beweisen kann.“

Es gibt viele Fair-Play-Regeln

So gibt es ziemlich viele Fair-Play-Regeln für internationale Wettkämpfe im Nachwuchsbereich. So müssen gegeneinander antretende Jugendliche nicht nur das gleiche Alter, sondern auch ein annähernd gleiches Gewicht haben. Das zum Wettkampf angegebene Gewicht muss unbedingt eingehalten werden, wie Scheffler betont. Auch wenn diese Daten alle stimmig sind, kann ein Trainer seinen Schützling aus dem Wettkampf streichen. „Angenommen, ich schicke einen Boxer mit knapp 20 Kämpfen in den Ring und der soll dann gegen jemanden antreten, der über 100 Siege hat, kann ich diesen Kampf vor Beginn absagen. Zudem geht es darum, viel Technik zu zeigen, statt den Gegner K. o. zu schlagen“, erklärt Enrico Scheffler.

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