CORONAVIRUS

Zwei Demminer Schüler positiv getestet

Zwei Schüler des Evangelischen Schulzentrums in Demmin sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Eine Anordnung zur Quarantäne folgte aber nicht.
Der Schulbetrieb kann trotz der positiven Tests in Demmin erst einmal weitergehen.
Der Schulbetrieb kann trotz der positiven Tests in Demmin erst einmal weitergehen. Uli Deck
Demmin.

Lützow, Leopoldshagen, Anklam – an mehreren Orten im Land müssen dieser Tage ganze Schülergruppen zu Hause bleiben, nachdem Lehrkräfte oder Mitschüler positiv auf das Coronavirus getestet worden sind. Insgesamt 99 Kontaktpersonen, darunter Lehrer und Schüler, werden sich heute etwa in Anklam Corona-Tests unterziehen. Für alle war bereits am Freitag eine 14-tägige häusliche Quarantäne angeordnet worden.

Auch zwei Schüler des Evangelischen Schulzentrums Katharina von Bora in Demmin wurden zuletzt positiv auf das Coronavirus getestet, wie die Schulleitung am Sonntag Eltern und Lehrkräften mitteilte. Eine Quarantäne für die betroffenen Lerngruppen und flächendeckende Corona-Tests für alle Schüler und Lehrer ordnete das Gesundheitsamt des Landkreises allerdings nicht an.

Lob für umsichtiges Handeln der Eltern

„Zum Zeitpunkt ihres letzten Schulbesuchs vergangenen Dienstag sollen die betroffenen Schüler noch nicht infektiös gewesen sein“, gibt Schulleiter Jörg-Uwe Braun die Erklärung des Gesundheitsamtes wieder. Damals hätten die beiden Schüler aus der Mittel- und Oberstufe noch keine Symptome gezeigt. Getestet worden waren sie, weil sie außerhalb der Schule Kontakt zu einer infizierten Person gehabt hatten. „Sobald das feststand, haben die Eltern die Kinder zu Hause gelassen“, erklärt Braun. Sie hätten besonnen und richtig gehandelt und konnten dadurch die Anordnung einer Quarantäne für die jeweiligen Lehrgruppen verhindern.

Dennoch setzte die Schulleitung nach dem Gespräch mit dem Gesundheitsamt umgehend sämtliche Eltern und Lehrkräfte per E-Mail von dem Fall in Kenntnis. „Wir wollten möglichst transparent verfahren“, erklärt Braun. „Auch wenn keine Sicherheitsgefährdung vorliegt, haben wir den Eltern die Möglichkeit eingeräumt, ihre Kinder erst einmal zu Hause zu behalten und sie eventuell beim Arzt testen zu lassen.“ Mit dem Schreiben wollte die Schule insbesondere Haushalte erreichen, in denen Angehörige von Risikogruppen leben.

Neue Maßnahmen für noch mehr Schutz

Wie viele Eltern von dem Angebot Gebrauch machten, war am Montag noch unbekannt. „Es ist ja auch Erkältungszeit“, gab Braun zu bedenken. Wer auf die E-Mail hin nicht gekommen sei und wer sich aus anderen Gründen abmeldete, dazu konnte er deshalb zunächst keine Angaben machen. In der Grundstufe seien wohl vereinzelt Schüler ferngeblieben, in den anderen Stufen, zu denen auch die positiv getesteten Schüler gehören, etwas mehr. „Es ist aber nicht so, dass die halbe Schule leer ist“, so Braun. Die Lehrer seien vollzählig erschienen. „Wir bemühen uns nach bestem Wissen und Gewissen, durch Anwendung der geltenden Hygieneregeln das Risiko so gering wie möglich zu halten“, heißt es von der Schule.

Auch der heutige Infoabend des Schulzentrums musste auf die Meldung hin zwar nicht abgesagt werden, einen Einfluss hatten die positiven Corona-Tests aber auch auf dessen Organisation: „Das ursprüngliche Hygienekonzept war schon vom Gesundheitsamt bestätigt gewesen“, versichert Braun. „Hinsichtlich des Ablaufs haben wir nun aber noch kleinere Veränderungen vorgenommen, um einen noch höheren Schutz zu gewährleisten.“ So sei kurzfristig eine Doppelbelegung auf die Beine gestellt worden, die es ermögliche, dass sich maximal zwei Personen in einem Raum aufhalten. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen und Mitteilungen betont Braun: „Der Auslöseherd war nicht in der Schule.“

Für die anderen Demminer Schulen im Bereich des städtischen Schulamts gab es nach Angaben des Schulamtsleiters Jörg Küthe bislang keine Meldungen von Corona-Fällen oder ausstehenden Tests. „Wir hoffen, dass der Kelch an uns vorübergeht und sich alle an die Auflagen halten“, so Küthe. Die Entscheidung, ob Einrichtungen geschlossen werden müssen, fällen die Amtsärzte grundsätzlich „nach Betrachtung und Kontrolle der Lage im konkreten Einzelfall“, heißt es vom Landkreis. „Häufig komme es jedoch vor, dass zu viele Kontaktpersonen einer Einrichtung in Quarantäne geschickt werden müssen, sodass sich die Träger der Einrichtungen oder Unternehmer für eine Schließung entscheiden, weil das Personal fehlt“, so die Sprecherin.

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