FUßBALL-KNABENTURNIER

Der Blick richtet sich schon auf das Jahr 2022

Das Fußball-Knabenturnier des Nordkurier muss zum zweiten Mal in seiner Geschichte ausfallen. Nachdem 1979 ein extremer Winter dafür sorgte, ist es nun die Corona-Krise. Jörg Franze sprach mit Marion Richardt, stellvertretende Chefredakteurin des Nordkurier, über die Hintergründe.
Rassige Duelle beim Fußball-Knabenturnier des Nordkurier, wie hier zwischen der D-Jugend von Bayer Leverkusen und der TS
Rassige Duelle beim Fußball-Knabenturnier des Nordkurier, wie hier zwischen der D-Jugend von Bayer Leverkusen und der TSG Neustrelitz, wird es im Januar 2021 nicht geben. Peter Krüger
Neubrandenburg.

 

Sie haben eine schlechte Nachricht für die Fußballball-Fans in der Region?

Ja, leider. Am 9. Januar kommenden Jahres sollten Nachwuchs-Kicker aus ganz Deutschland beim mittlerweile 55. Fußballknabenturnier der Nordkurier Mediengruppe wieder tausende Fußball-Herzen in Stimmung bringen. Schweren Herzens haben wir uns jetzt aber entschieden, dieses Turnier abzusagen. Uns ist klar, dass wir damit vor allem die treuen Fans, die uns schon über Jahre begleiten, enttäuschen. Aber die Corona-Pandemie bringt einfach so viele Unwägbarkeiten mit sich, dass wir unsere bisherigen Vorbereitungen nicht weiter vorantreiben.

 

Das heißt, Sie waren schon dabei, dieses Turnier zu organisieren?

Ja, natürlich. Ein Event dieser Größenordnung braucht eine ziemlich lange Vorlaufzeit. Ein kleines Team, das sich aus Mitarbeitern der Nordkurier Mediengruppe, Redaktionskollegen und natürlich auch dem langjährigen sportlichen Turnierleiter Ulrich Krüger zusammensetzt, beginnt schon im Frühsommer damit, die ersten wichtigen Pflöcke einzuschlagen. Da geht es um die Auswahl der teilnehmenden Mannschaften aus dem In- und Ausland und die notwendige Kommunikation mit deren Vertretern. Da stehen Gespräche mit unseren bisherigen und potenziellen Sponsoren an, ohne die die Austragung dieses Turniers undenkbar wäre. Nicht zu vergessen die vielen Ehrenamtlichen wie Schiedsrichter und medizinische Betreuer, ohne die wir das Ganze ebenfalls nicht stemmen könnten. Es müssen viele logistische Aufgaben erledigt werden, also Unterkünfte, Verpflegung und Transport für die Mannschaften organisiert werden und, und, und ... Allein diese unvollständige Aufzählung zeigt, dass man nicht bis kurz vor Toreschluss damit warten kann, eine Entscheidung für oder gegen die Ausrichtung des Turniers zu treffen.

 

Gab es letztendlich einen bestimmten ausschlaggebenden Punkt für die Absage?

Ja und nein. Es war aber eher ein schleichender Prozess. Wir haben, wie viele andere Veranstalter auch, wochenlang beobachtet, wie sich die Pandemie entwickelt. Wir haben immer wieder auf neue Entscheidungen aus der Politik gewartet und dabei gehofft, dass die corona-spezifischen Hürden kleiner werden. So ist es leider nicht gekommen. Speziell für Mecklenburg-Vorpommern heißt das aktuell: Bis zum Jahresende dürfen an Veranstaltungen dieser Art höchsten 200 Menschen teilnehmen – die aktiven Sportler eingeschlossen.

 

Wäre es nicht auch möglich gewesen, das Fußballknabenturnier ohne Fans stattfinden zu lassen und die Spiele beispielsweise via Livestream zu übertragen?

Ja, das war Teil unserer Überlegungen. Wir hatten auch schon ein Konzept dafür und sogar die Zustimmung einiger Mannschaften, auch ohne Fankulisse spielen zu wollen. Wir haben uns aber letztlich doch dagegen entschieden, weil wir die einzigartige Atmosphäre, für die dieses größte U13-Hallenturnier in Europa seit Jahren bekannt und berühmt ist, nicht ansatzweise garantieren können. Diesen Handel wollten wir nicht eingehen. Am Ende wäre – davon bin ich überzeugt – die Enttäuschung bei den Fans und den jungen Spielern doch sehr groß gewesen. Nicht zu vergessen, dass selbst diese Art der Turnierführung gesundheitliche Risiken für die Teilnehmer bergen würde.

 

Sie sprachen vorhin von bereits ausgewählten Mannschaften. Welche Vereine gehörten denn dazu?

Neben den regionalen Teams, dem 1. FC Neubrandenburg, Hansa Rostock und den 1. FC Schwedt 02, standen Bayer Leverkusen, Hertha BSC, Union Berlin, RB Leipzig, Werder Bremen, FC Augsburg, der Hamburger SV und Borussia Dortmund auf der Liste. Letzteres Team hat aufgrund von Corona kürzlich aber schon abgesagt. Auf ausländische Mannschaften hätten wir dieses Mal ohnehin verzichten müssen, da die Situation pandemie-bedingt hier noch komplizierter ist.

 

Wie soll es weitergehen? Wagen Sie einen Ausblick?

Wie heißt es so schön? Die Hoffnung stirbt zuletzt. Nein, im Ernst: Natürlich wollen wir erst einmal alle davon ausgehen, dass das 55.  Turnier Anfang 2022 über die Bühne geht. Den Termin 8.  Januar haben wir im Jahnsportforum übrigens schon reserviert. Alle Vereine, die jetzt von uns eine Zusage erhalten hatten, dürfen – so sie denn wollen – dann gerne dabei sein.

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