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Der Gegenwind für Platzeck ist so stark wie nie zuvor

Matthias Platzeck steht vor einer schweren Aufgabe.

Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) verknüpft seine eigene politische Zukunft mit dem Erfolg oder Misserfolg des Berliner ...

Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) verknüpft seine eigene politische Zukunft mit dem Erfolg oder Misserfolg des Berliner Großflughafens BER. Seit Januar ist er Aufsichtsratschef der Flughafengesellschaft, und er weiß, was er sich mit dem pannenreichen Projekt aufgeladen hat. „Wenn es misslingt, wäre es für die Region verheerend, und ich müsste mir Konsequenzen überlegen“, sagte er. Noch in diesem Jahr soll deshalb ein neuer Eröffnungstermin her.

Der SPD-Politiker steht vor einer Mission mit ungewissem Ausgang, aber klarem Zeitplan: im Herbst 2014 wird sich die SPD bei der Landtagswahl entweder als stärkste politische Kraft behaupten – oder Platzeck wird gehen. Der Flughafen sei für die Region „so eminent wichtig, er wird unsere wirtschaftliche Zukunft so stark prägen, dass ich als Ministerpräsident so oder so damit verbunden bin“, weiß der 59-Jährige. „Wir bekommen die Quittung“, falls der zum Wahlzeitpunkt geltende Eröffnungstermin wieder nicht glaubwürdig sei.

Der Gegenwind für ihn ist rau wie nie. Eine Bürgerinitiative für eine längere Nachtruhe am noch immer ungenutzten Pannenflughafen brachte als erste ein erfolgreiches Volksbegehren durch den Landtag – mit fraktionsübergreifend ganzen fünf Gegenstimmen. Das ist eine Zäsur für die SPD als in Brandenburg seit 1990 regierungsführende Partei. Platzeck musste einlenken und liefert sich nun mit dem Flughafenchef Hartmut Mehdorn eine Machtprobe. Der ehemalige Air-Berlin-Chef weiß genau, wie entscheidend der Flugbetrieb in Tagesrandzeiten für das Geschäftskonzept der Airlines, aber auch für die wirtschaftliche Zukunft von BER ist.