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Diese vier ziehen in SPD-Wahlkampf

Das Steinbrück-Team: Klaus Wiesehügel (von links nach rechts), Thomas Oppermann und Gesche Joost.  FOTO: Maurizio Gambarini

VonG. IsmarundM. FischerDie Namen waren bereits durchgesickert, nun hat SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück die ersten Mitglieder seines Wahlkampfteams auf ...

VonG. IsmarundM. Fischer

Die Namen waren bereits durchgesickert, nun hat SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück die ersten Mitglieder seines Wahlkampfteams auf großer Bühne präsentiert.

Berlin.Gesche Joost muss tief Luft holen. „Wow, die Hütte ist ja voll“, sagt sie im Atrium des Willy-Brandt-Hauses. Sie kenne so etwas ja selbst nur aus dem Fernsehen. Gerade hat SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück betont, die SPD habe nur dann Wahlen gewonnen, wenn es ihr gelungen ist, ein breites Spektrum anzusprechen. Die Design-Professorin Joost soll die jungen Frauen und die Internetgemeinde gewinnen.
Neben Joost, die Maßnahmen gegen das Mobbing im Internet als eines ihrer Ziele nennt, stellt Steinbrück Thomas Oppermann vor. Aber Steinbrück braucht auch jemanden für die klassische SPD-Zielgruppe, die Arbeitnehmerschaft. Und dafür hat er jemanden gefunden, der in der Partei nicht unumstritten ist: IG-Bau-Chef Klaus Wiesehügel, den Steinbrück einen „Gewerkschafter aus altem Schrot und Korn“ nennt. Wiesehügel, der die Gewerkschaft seit 1995 führt, setzt nun alles auf einen rot-grünen Wahlsieg und will daher sein IG-Bau-Amt aufgeben.
Der 60-Jährige, der vor zehn Jahren zu den schärfsten Kritikern der Agenda-2010-Reformen von Kanzler Gerhard Schröder zählte, könnte Wähler der Mitte vergraulen. Gerade wenn er sich nicht zähmen lässt und die Rente mit 67 weiter geißelt. Und auch parteiintern könnte es Reibereien geben. Steinbrück gestand ihm überraschend den ersten Zugriff auf das Amt des Arbeitsministers bei einem Wahlsieg zu. Wiesehügels Berufung könnte sich aber auch als kluger Schachzug erweisen. Denn bisher fehlt dem Kanzlerkandidaten im linken Lager und bei den Gewerkschaften die Glaubwürdigkeit, wenn es darum geht, moderate Reparaturen an den Arbeitsmarktreformen Schröders durchzusetzen.