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Per VPN-App mehr Sicherheit in fremden W-Lan-Netzen?

Die meisten VNP-Apps sind kostenlos, zumindest in der Basis-Version. Einige Anbieter gelten jedoch als zwielichtig.
Die meisten VNP-Apps sind kostenlos, zumindest in der Basis-Version. Einige Anbieter gelten jedoch als zwielichtig.
Franziska Gabbert

Kürzlich erst entdeckten Wissenschaftler Sicherheitslücken in W-Lan-Netzen. Sogenannte VPN-Apps fürs Smartphone versprechen sicheres Surfen – was taugen sie wirklich?

Die Werbung zeichnet ein rosarotes Bild von VPN-Apps. Mit der simplen Installation einer Anwendung soll der Internetzugang mit dem Smartphone plötzlich sicher und anonym sein. Erst kürzlich entdeckten Wissenschaftler eine Sicherheitslücke in W-Lan-Netzen – können VPN-Apps Abhilfe schaffen?

Die Apps sind meist kostenlos – in der Basisversion. Gegen Geld gibt es weitere Funktionen. Ist die App für ein virtuelles privates Netzwerk (VPN) einmal installiert und eingestellt, verbindet sich das Smartphone nicht mehr direkt mit dem gewünschten Ziel im Netz, erklärt Miriam Ruhenstroth vom Portal „Mobilsicher.de“. Stattdessen wird zunächst eine verschlüsselte Verbindung, auch Tunnel genannt, zu einem Server des VPN-Anbieters aufgebaut. Von dort wird der Datenverkehr ans Ziel geleitet – und über den Tunnel wieder zum eigenen Gerät zurück.

Einige Apps spielen nicht mit

Das ist vor allem dann praktisch, wenn nicht klar ist, wie sicher die eigene Verbindung ins Netz ist. Etwa in offenen W-Lan-Netzen in Cafés oder an Flughäfen. Oder wenn man Sorge hat, dass das eigene WLAN nicht mehr sicher ist. Gibt man sensible Daten auf Webseiten ein, könnten Dritte sie im schlimmsten Fall abfangen. VPN-Apps verhindern dies. Wird der Datenverkehr nämlich über den verschlüsselten Tunnel geschickt, kann niemand mitlesen.

Doch die schöne VPN-Welt ist nicht völlig problemfrei. Geht man per Tunnel ins Netz, spielen einige Apps nicht mit. Manch ein Messenger hat dann etwa Probleme, Kontakt zu seinem Netzwerk aufzunehmen. Auch manche Dienste von Google oder Online-Shops funktionieren mit aktiver VPN-App nicht gut, sagt Miriam Ruhenstroth. Ein weiteres Problem ist die Verbindungsgeschwindigkeit. Bei vielen Anbietern ist die Verbindung langsam, bedingt durch den Umweg über den Anbieterservice, sagt Dusan Zivadinovic vom Magazin „c't”.

"Viele zwielichtige VPN-Dienste"

Viele VPN-Anbieter werben auch mit Anonymität. Aber wirklich anonym bewegt man sich im Netz auch mit eingeschaltetem VPN nicht, erklärt Ruhenstroth. Einzelne Browser oder Geräte lassen sich in vielen Fällen immer noch identifizieren. Und gibt man jenseits des geschützten Tunnels Daten auf einer Webseite ein – etwa beim Einloggen auf einem E-Mail-Portal – ist die Anonymität schon futsch.

Und dann ist da noch die Frage nach der Vertrauenswürdigkeit. Wer seinen Datenverkehr über die Server eines VPN-Anbieters leitet, muss sich letztlich drauf verlassen, dass dieser nicht mitliest. Zwar versprechen das alle Anbieter. „Definitiv belegen kann der Normalverbraucher das nicht“, sagt Zivadinovic. „Es gibt sehr viele ganz zwielichtige VPN-Dienste“, warnt auch Ruhenstroth.