Als erster deutscher Mobilfunk-Netzbetreiber hat sich Vodafone von der MMS verabschiedet.
Als erster deutscher Mobilfunk-Netzbetreiber hat sich Vodafone von der MMS verabschiedet. Boris Roessler
Betrugsmasche

Vodafone beerdigt MMS – mit gefährlichen Folgen

Vodafone hat Mitte Januar die MMS abgeschaltet. Seither lassen sich Multimedia-Nachrichten aus diesem Netz nicht mehr versenden. Aber es lassen sich noch welche empfangen. Das nutzen Betrüger.
Neubrandenburg

Das Ende des MMS-Versands ist wohl besiegelt: Als erster deutscher Provider hat Vodafone den „Multimedia Messaging Service” (MMS) abgeschafft. Vodafone-User können also über ihr Mobilfunknetz keine Fotos und Videos mehr verschicken. Nach 21. Jahren Betrieb war am 17. Januar Schluss mit dem Service. Der Grund: zu geringe Nutzung.

Über Umweg noch nutzbar

MMS aus anderen Mobilfunknetzen mit noch aktivem Multimedia-Nachrichtendienst kommen über einen Umweg aber noch bei Nutzerinnen und Nutzern des Vodafone-Netzes an, berichtet nun das Telekommunikationsportal „Teltarif.de”.

Mehr lesen: Ärger mit Vodafone – Torgelower kappt TV-Empfang von hunderten Anwohnern

Und zwar in Form einer SMS, in der ein Link zu einem Abrufportal  unter www.mmvd.syniverse.com und ein Passwort enthalten sind. Damit lässt sich die MMS dann unter Angabe der eigenen Mobilfunknummer in jedem Browser abrufen. Sogar eine einmalige, kostenlose Antwort ist auf dem Portal möglich.

MMS-Ankündigung per SMS: Auch Betrüger arbeiten so

Eine SMS mit Zugangsdaten ist auch der übliche Weg, auf dem Nutzerinnen und Nutzer anderer Mobilfunknetze MMS-Nachrichten erreichen, wenn sie auf ihrem Telefon MMS deaktiviert haben oder ein Gerät nutzen, das MMS nicht unterstützt.

Auch interessant: Vodafone verärgert Mobilfunk-Kunden in Altentreptow

Aber Achtung: Es besteht die Gefahr, dass Kriminelle SMS-Ankündigungen von MMS fälschen, um Nutzerinnen und Nuzter auf Phishing-Seiten zu locken oder Schadsoftware aufs Gerät zu bringen, warnt „Teltarif.de”. Bestehen Zweifel, woher die angekündigte MMS kommt, sollte man nicht gleich auf den Link tippen. Klarheit könne dann eine Nachfrage per SMS oder ein kurzer Anruf bei der angegebenen Absendernummer schaffen.

Die MMS war nie erfolgreich

Tatsächlich ist die MMS nie zum Massenphänomen geworden, was zum einen am hohen Preis von zuletzt 39 Cent pro MMS liegen dürfte, der auch in den Mobilfunknetzen von O2 und Telekom noch immer Standard ist. Vor allem aber ist die MMS technisch längst veraltet: An die Nachricht angehängte Fotos oder Audiodateien dürfen nur 0,3 Megabyte (MB) groß sein. Das ist nicht mehr konkurrenzfähig angesichts von Messenger-Apps wie iMessage, Whatsapp, Threema oder Signal, mit denen sich problemlos Fotos, Videos oder Sprachnachrichten von mehreren MB Größe verschicken lassen, und das auch noch deutlich günstiger.

zur Homepage