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„Du bist ok, so wie du bist“

Katharina Saalfrank

Mitgestaltung, Selbstbestimmung, Dialog: Die als „Super Nanny“ im Fernsehen bekannt gewordene Pädagogin Katharina Saalfrank fordert eine Wende in der ...

Mitgestaltung, Selbstbestimmung, Dialog: Die als „Super Nanny“ im Fernsehen bekannt gewordene Pädagogin Katharina Saalfrank fordert eine Wende in der Kindererziehung. Genauer gesagt: Das Ende der „ERziehung“ und stattdessen eine „BEziehung“ zwischen Eltern und Kind. Bei der Erziehung nutzten Eltern ihre Machtposition, um eigene Interessen durchzusetzen, schreibt sie. „Erziehend schneiden wir Kinder passfähig für die Welt der Erwachsenen, wir berauben sie vieler Potenziale.“ Saalfranks Botschaft ist zugleich der Titel ihres Buches: „Du bist ok, so wie du bist“.
Diese Position sei nicht neu, sagt der Diplom-Psychologe Andreas Engel. Vieles spreche für Saalfranks Sicht. Doch wie erziehen Eltern ihre Kinder heute? „Die wenigen Kinder werden immer wertvoller“, sagt Engel. Das habe Vor- und Nachteile. Kindliche Bedürfnisse würden stärker wahrgenommen. Allerdings habe ein „Förder-Irrsinn“ Einzug gehalten, bei dem Kinder im Krippenalter schon Förderpläne mit Musik, Sport und Sprache von ihren Eltern erhielten.
Saalfrank schlägt vor: „Anstatt Gehorsam, Unterordnung und Respekt von Kindern zu erwarten, übernehmen die Erwachsenen eine verantwortungsvolle Führungsrolle, üben keine Macht aus und missbrauchen ihre elterliche Rolle nicht, um ihre Interessen durchzusetzen, sondern setzen sich ernsthaft mit den Anliegen der Kinder auseinander.“