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„Ein Jahr allein sagt noch gar nichts“

Dr. Patrick Polte vom Thünen Institut für Ostseefischerei

Wagen Sie eine erste Prognose zum Heringsnachwuchs in diesem Frühjahr? Das werden erst die Laboruntersuchungen ermöglichen. Es scheint aber so, als ob 2013 ...

Wagen Sie eine erste Prognose zum Heringsnachwuchs in diesem Frühjahr?
Das werden erst die Laboruntersuchungen ermöglichen. Es scheint aber so, als ob 2013 nicht so schlecht ausfallen wird wie das Vorjahr, als es zumindest einen lokalen Zusammenbruch gab. Im Moment sieht es wohl so aus, als ob der Bestand bis 2014 wieder in den grünen Bereich laufen wird.

Heißt das, die Forschung könnte für die nächsten Jahre eine Erhöhung der Fangquote empfehlen?
So einfach ist das nicht. Der Vorschlag des Internationalen Rates zur Erforschung der Meere (ICES) basiert ja nicht allein auf unserem Larven-Monitoring.
In die Empfehlungen fließen zum Beispiel auch die Bestandsuntersuchungen der ein- und zweijährigen Heringe ein. Außerdem gibt es auch vergleichbare Erfassungen anderer Ostseeheringsbestände durch Forscher anderer Länder. Im Übrigen sagt uns ein Jahr allein noch gar nichts. Entscheidend sind die langjährigen Entwicklungstrends.

Demnach gibt es teilweise enorme Schwankungen. Wie erklären Sie die?
Einbrüche und Massenentwicklungen gibt es immer mal wieder. Wir versuchen Muster für diese Schwankungen zu erkennen, wollen die Gründe für hohe Sterblichkeit und gute Jahrgänge erkennen.Viele Faktoren beeinflussen die Bestandsentwicklung. Von den Wassertemperaturen hängen entscheidend die Laich- und Futtertierentwicklungen ab. Viele Fressfeinde können einen Jahrgang dezimieren. Auch ein Sturm, der das Laichkraut an die Strände spült, kann ein Grund für einen Nachwuchs-Einbruch sein.