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Experte erwartet mieses Jahr für Imker

Honigwaben könnten in Brandenburg demnächst deutlich weniger prall gefüllt sein: Imker müssen sich wegen des langen Winters auf ein schlechtes Jahr einstellen – wie bereits im vorherigen Jahr.

Imker in Brandenburg rechnen wegen der lang anhaltenden Niedrigtemperaturen und des Dauerregens mit einem mauen Jahr. „Geringe Verluste sind ...

Imker in Brandenburg rechnen wegen der lang anhaltenden Niedrigtemperaturen und des Dauerregens mit einem mauen Jahr. „Geringe Verluste sind wahrscheinlich“, sagte der Leiter des Länderinstituts für Bienenkunde, Kaspar Bienefeld – die Aussichten seien schlecht. Bereits die sogenannte Frühtracht, also die Menge an Nektar aus Obstblüten oder Raps, sei gering ausgefallen. Grund dafür seien Nässe und Kälte. Für Pflanzen gelte: „Je wärmer es wird, desto mehr Nektar wird produziert“, sagte Bienefeld.

Hinzu komme, dass der Honig einen sehr hohen Wassergehalt gehabt habe. Die Feuchtigkeit reduzierten die Bienen selbst – durch Fächeln mit den Flügeln zum Beispiel. Diese Arbeit müssten die Tiere aber erst einmal leisten, um dickflüssigen, reifen Honig zu erzeugen. Nach den Qualitätsrichtlinien des Deutschen Imkerverbandes darf der Wassergehalt in Honig nicht mehr als 18 Prozent betragen. Problematisch sei außerdem das Bienensterben, erklärte der Experte. Viele Völker hätten die lang anhaltende Kälte nicht überlebt. Die Tiere würden erst bei Temperaturen von zehn bis zwölf Grad aktiv. In der Regel beginne die Saison im April. Dauert der Winter jedoch länger, fliegen die Tiere zur Reinigung heraus – und erfrieren.

Varroa-Milbe sorgte 2012 für Bienensterben

Schon 2012 hatten zu viel Regen im Frühjahr, Bienenverluste durch die Varroa-Milbe und stark gestiegene Zuckerpreise den Imkern zu schaffen gemacht. Gut sei es dagegen 2011 und 2010 für Brandenburgs Imker gelaufen: Ein Bienenvolk habe im Schnitt 40 bis 50 Kilogramm Honig produziert. Einen Durchschnittswert für das Jahr 2013 wollte Bienefeld nicht vorhersagen. Erst am Donnerstag hatte der Landtag die Landesregierung aufgefordert, sich um bessere Lebensbedingungen für die Honigbienen zu kümmern, der Uckermark Kurier berichtete. Für Umweltmaßnahmen sollten EU-Mittel genutzt und junge Leute für die Imkerei begeistert werden.

Auch sei die Ausbildung von Bienensachverständigen zu prüfen. Schließlich dürfe es keine Schäden durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln geben. Nach Angaben des Agrarministeriums stieg in den vergangenen zehn Jahren die Zahl der Imker von landesweit 2300 auf 3500 und die der Bienenvölker von 29500 auf 38900.