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Frühjahrs-Hochglanz bringt leicht zu Fall

Ein Sturz von der Leiter ist beim Haushaltsputz schnell passiert.

Mit den ersten warmen Tagen steht vielfach auch der Frühjahrsputz auf dem Plan. Dabei sollten Hausfrauen und -männer aber das Unfallrisiko nicht ...

Mit den ersten warmen Tagen steht vielfach auch der Frühjahrsputz auf dem Plan. Dabei sollten Hausfrauen und -männer aber das Unfallrisiko nicht unterschätzen, warnt Susanne Woelk von der Aktion Das Sichere Haus (DSH) in Hamburg. Weil die Routine fehlt, bewerten viele die Gefahren falsch. Eine Liste der häufigsten Unfallursachen:

Gardinen
Nasse Gardinen sind schwer. Vor allem Senioren sollten das Gewicht des Stoffs nicht unterschätzen, wenn sie die Vorhänge nach dem Waschen noch nicht ganz trocken wieder aufhängen. Oben auf einer Leiter, die Hände über dem Kopf und in dieser Situation die Kraft verlieren – da ist der Sturz fast programmiert. „Ruhig einfach mal den Nachbarn um Hilfe fragen“, empfiehlt
Woelk in diesem Fall.

Hektik
„Nicht zu viel vornehmen“, rät der Experte. Ein gutes Zeitmanagement vermeide schon die meisten Unfälle. Viele kalkulieren zu wenig Zeit für Putzaktionen, die sie sonst nie machen, etwa beim Ausputzen der Hängeschränke in der Küche. Raubt das deutlich mehr Zeit als gedacht, kommt Hektik auf – und Hektik macht fahrlässig. „Und dann stellt man schnell einen Fuß auf den Stuhl und den anderen auf die Arbeitsfläche“, sagt Woelk. Ein Sturz sei dann oft nicht mehr weit. „Rund 80 Prozent aller tödlichen Haushaltsunfälle sind Stürze“, so Woelk.

Hilfsmittel
Stürze könne auch verhindern, wer nur auf die Dinge steigt, die dafür auch gebaut wurden. Stühle, Hocker oder die Fensterbank sind nach Woelks Ansicht tabu. Leitern oder Tritte seien sicherer. Auch beim übrigen Putz-Equipment lassen sich Unfälle vermeiden – und zwar allein dadurch, dass es vor der Putzaktion parat steht. Wer zwischendurch in den Bau- oder Supermarkt laufen muss, ist irgendwann genervt und wird hektisch.

Pfützen
Unfälle in der Ebene nennen Experten die Haushaltsunglücke, für die man gar nicht erst auf einen Hocker steigen muss. Den Mopp etwas zu nass aus dem Wischeimer gezogen, und schon ist eine Wasserlache auf den Fliesen. Sichtbar ist die oft nicht. Man rutscht leicht aus. Kleine Pfützen werden daher besser sofort trockengelegt.

Staubsauger
Staubsauger ausschalten, zurück auf den Flur, Stecker rausziehen, zur nächsten Steckdose gehen, wieder einstecken: Das ist lästig. Manch einer versucht, so viele Ecken der Wohnung wie möglich zu erreichen, ohne umzustöpseln. Allerdings hebt sich das Kabel, wenn es zu gespannt ist und wird damit zur Stolperfalle, nicht nur für den Putzenden, sondern zum Beispiel auch für Kinder.

Chemie
Kinder probieren gern. Sind kleine Kinder im Haus, sollten die Putzmittel nicht auf dem Boden herumstehen. Kinder nehmen vielleicht einen Schluck aus der zitronengelben Scheuermilchflasche und vergiften sich. „Flaschen verschließen und hochstellen“, lautet Woelks Tipp. Familien mit Kindern bis vier Jahren bewahren die Putzmittel am besten auch nicht das ganze Jahr über unter der Spüle in der Küche auf, sondern schließen sie besser in die Abstellkammer oder stellen sie auf Schränke.

Fenster
Schmutzige Fenster nerven, aber sie sind auch keine Katastrophe. Locker bleiben, ist daher die Devise beim Fensterputzen. Sind Stellen an der Außenscheibe einfach nicht zu erreichen, „na dann bleiben sie eben schmutzig“, sagt Woelk. Wer mit falschen Ehrgeiz an die Arbeit geht, bringt sich leicht in Gefahr – vor allem, wenn er im oberen Stockwerk putzt. Es gebe immer wieder Fälle, in denen Menschen beim Putzen aus dem Fenster fallen, weil sie auf der Fensterbank stehen und durch die Öffnung auch die letzte Ecke der Außenscheibe erreichen wollen.