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Frustnaschen ist auch keine Lösung

Wer ein schlechtes Gewissen vermeiden möchte, sollte Süßes gar nicht erst mit zur Arbeit nehmen.  Foto: Dan Race - Fotolia.com

VonLea SibbelEin paar Stückchen Schokolade oder eine Tüte Weingummi: Süßes hilft nur kurz gegen Frust. Und danach ist der Ärger umso größer. Wie lässt ...

VonLea Sibbel

Ein paar Stückchen Schokolade oder eine Tüte Weingummi: Süßes hilft nur kurz gegen Frust. Und danach ist der Ärger umso größer. Wie lässt sich das vermeiden?

Aachen.Schokolade als Nervennahrung – solches Frustessen hinterlässt oft einen schalen Nachgeschmack. Denn danach meldet sich schnell das schlechte Gewissen. Um das zu vermeiden, bleiben Süßigkeiten am Arbeitsplatz besser außer Sichtweite, sagte Margret Morlo vom Verband für Ernährung und Diätetik (VFED). Damit Berufstätige nicht unbewusst zu viel Süßes in sich hineinstopfen, helfe es außerdem, nur kleinere Portionen mitzunehmen. Wer kann, sollte außerdem auf etwas Gesundes ausweichen. Für viele ist das aber unrealistisch: „Wenn man Frust hat, will man was Leckeres, was Süßes“, sagte die Diätassistentin. Da hilft es mehr, sich feste Regeln aufzustellen: „Egal, was passiert, ich esse nicht mehr als drei Bonbons pro Tag.“ Außerdem bietet es sich an, sie zu verschriftlichen, um sie stets vor Augen zu haben: Auf Zettelchen in der Keksdose, in der Süßigkeiten-Schublade oder im Kühlschrank dienen sie als eine Art Stoppschild. Der erste Schritt weg vom Frustessen sei aber, sein Verhalten zu erkennen, sagte Morlo. „Das ist ein Lernprozess“, erklärte sie. „Jetzt ist wieder so eine Situation, jetzt möchte ich essen – das muss einem bewusst werden, bevor man etwas dagegen tun kann.“ Eine verbreitete Frustsituation, die oft mit dem Griff zur Chipstüte endet, bestehe darin, den Abend alleine zu verbringen, erläuterte Morlo. Wer erkennt, dass er dadurch besonders viel nascht, sollte sich etwa durch Handarbeit oder Sport vom Naschen abhalten. Denn Frustessen sorgt nur für einen kurzen Moment für ein besseres Gefühl. Danach ist der Ärger aber noch größer als zuvor: „Die ursächliche Situation besteht ja noch“, sagte Morlo.
Greife jemand zu Süßem, wenn er Frust hat, sei das angelernt, sagte Morlo. „Man macht das bei Kindern oft“, erklärte sie. Um ihnen eine unangenehme Situation zu versüßen, greifen Eltern zu Schokoriegel und Lolli. „Das hilft auch ganz gut – nur behalten sie dieses Verhalten dann bei.“