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Geldeintreiber verschicken falsche Mahnbriefe

Verbraucherschützer in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg warnen vor den dreisten Methoden der Abzocker. Obwohl sich viele Opfer gar nicht an ihre Schulden erinnern können, zahlen sie trotzdem. Das klappt mit einer speziellen Masche.

Post vom Inkassobüro und das ganz ohne Schulden? Fälle wie diese häufen sich in der Region.
Christian Charisius Post vom Inkassobüro und das ganz ohne Schulden? Fälle wie diese häufen sich in der Region.

Eine Inkassowelle bricht derzeit über Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg herein, die die Betroffenen mächtig verunsichert, wie besorgte Anrufe bei den Verbraucherzentralen zeigen. „Excon Forderungsmanagement SRL“ nennt sich wichtigtuerisch eine Inkassofirma, die angeblich offene Beträge von um die 200 Euro kassieren will. Ein kritischer Blick auf das Überweisungsformular zeigt: Das Konto befindet sich bei einer rumänischen Bank.

Vor allem die angedrohte Einleitung eines gerichtlichen Mahnverfahrens hat das Ziel, die Portemonnaies zu öffnen. „Auf keinen Fall das Geld überweisen. Das sieht man nie wieder“, warnt Sabine Fischer-Volk von der Verbraucherzentrale Brandenburg.

Massive Drohungen im Anschreiben

Auch die Verbraucherschützer in MV beobachten das Treiben der zwielichtigen Inkasso-Dienste aufmerksam. „Mehr als die Hälfte der Forderungen sind willkürlich. Die Höhe der Gebühren oft unverhältnismäßig“, beschreibt Jurist Stephan Tietz.

In einem Drittel der geprüften Anschreiben wurden seinen Angaben zufolge massive Drohungen ausgesprochen. „Betroffene zahlen oft aus Angst, obwohl sie dazu möglicherweise gar nicht verpflichtet sind“, meint Tietz. „Auch seriöse Inkassounternehmen verschicken immer wieder unberechtigte Forderungen“, kritisiert er.

Die Verbraucherschützer sehen Handlungsbedarf beim Gesetzgeber, darunter die Einführung eines verbindlichen Musters für Pflichtinformationen, damit die Betroffenen einfacher prüfen können, ob die Forderungen berechtigt sind.