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Neues für Sparer und Steuerzahler

Wer mit Riester und Rürup spart, muss sich auf Veränderungen einstellen. Auch steuerlich gibt es Neues.
Wer mit Riester und Rürup spart, muss sich auf Veränderungen einstellen. Auch steuerlich gibt es Neues.
Peter Kneffel

Neues Jahr, neue Regeln: Am 1. Januar 2014 treten viele Gesetzesänderungen in Kraft. Steuerzahler können unter anderem Kosten für eine Zweitwohnung einfacher geltend machen. Für Silbermünzen muss künftig die volle Mehrwertsteuer gezahlt werden.

Riester-Sparer können sich freuen. Ab dem 1. Januar dürfen Verträge um einen Schutz gegen Berufsunfähigkeit und verminderte Erwerbstätigkeit sowie um die Absicherung für Hinterbliebene erweitert werden. Rürup-Sparer können im neuen Jahr beim Finanzamt höhere Beiträge als Sonderausgaben geltend machen. Wichtige Änderungen für Sparer und Steuerzahler im Überblick:

Riester-Rente:

Riester-Verträge können um einen Schutz gegen Berufsunfähigkeit und verminderte Erwerbstätigkeit sowie um die Absicherung für Hinterbliebene erweitert werden. Auch dafür gewährt der Staat die üblichen Zulagen und Steuervorteile. Die wichtige Änderung: Ab 1. Januar 2014 können 20 Prozent der Altersvorsorgebeiträge - maximal 2100 Euro je Förderberechtigtem – für die zusätzliche Versicherung eingesetzt werden. Bislang sind es nur 15 Prozent, erklärt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Wohn-Riester:

Bei der Eigenheimrente ist es ab dem 1. Januar in der Ansparphase möglich, Kapital zu entnehmen, um eine bestehende Finanzierung einer selbst genutzten Immobilie ganz oder teilweise abzulösen. Bisher darf Riester-Kapital nur für die Anschaffung oder den Bau oder zu Beginn der Auszahlungsphase entnommen werden, erklärt die Verbraucherzentrale NRW. Auch der altersgerechte Umbau der eigenen Immobilie ist jetzt mit Riester-Kapital möglich.

Rürup-Rente:

Wer für eine Rürup-Rente anspart, kann einen höheren Satz seiner eingezahlten Beiträge steuerlich absetzen. Nach Angaben der Verbraucherschützer aus NRW sind 2014 im Rahmen des Sonderausgabeabzugs von maximal 20 000 Euro 78 Prozent (bisher 76 Prozent) der Beiträge anrechenbar. Andererseits steigt der Anteil der nachgelagerten Besteuerung dieser Renten auch um zwei Prozentpunkte auf 68 (bisher 66) Prozent. Ab Januar ist es außerdem möglich, bei der Rürup-Rente eine separate Versicherung gegen Berufsunfähigkeit oder Erwerbsminderung abzuschließen.

Zweitwohnung:

Die Kosten für eine Zweitwohnung am Arbeitsplatz können bald vereinfacht steuerlich geltend gemacht werden. Bisher orientiert sich das Finanzamt an den Kosten für eine 60 Quadratmeter große Wohnung mit durchschnittlicher ortsüblicher Miete, erklärt die Bundessteuerberaterkammer. Ab 2014 können die tatsächlichen Aufwendungen für eine zusätzliche Unterkunft bis zu einem Höchstbetrag von 1000 Euro im Monat angegeben werden.

Regelmäßige Arbeitsstätte:

Arbeitnehmer, die an mehreren Standorten ihres Unternehmens tätig sind, sollten mit ihrem Arbeitgeber klären, welcher davon ihr erster Einsatzort ist. Das empfiehlt die Verbraucherzentrale NRW. Der Grund: Während das Finanzamt bislang die „regelmäßige Arbeitsstätte“ als Bezugspunkt für die Berechnung der Entfernungspauschale angesetzt hat, wird dies ab Januar 2014 an der „ersten Tätigkeitsstätte“ festgemacht. Wer von seiner Wohnung zu den anderen Einsatzorten fährt, kann künftig jede Strecke mit 30 Cent pro Kilometer ansetzen – also sehr viel höhere Beträge als bislang.

Verpflegungspauschalen:

Bei Dienstreisen werden die Pauschalen für die Verpflegung anders berechnet. Die steuerfreie Zwölf-Euro-Pauschale gibt es bei einer Abwesenheit ab acht Stunden. Für Tage, an denen der Arbeitnehmer beruflich 24 Stunden von seiner Wohnung entfernt ist, erhält er wie zuvor 24 Euro. „Eine beruflich veranlasste Auswärtstätigkeit liegt vor, wenn der Arbeitnehmer vorübergehend außerhalb seiner Wohnung und seiner ersten Tätigkeitsstätte beruflich tätig wird“, erklärt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler.

Übernachtungsausgaben:

Wer auswärts arbeitet und für Übernachtungen in Hotels oder Pensionen bezahlen muss, kann diese Aufwendungen wie bisher beim Finanzamt als Werbungskosten absetzen. Ab 2014 berücksichtigt der Fiskus die Aufwendungen nur noch 48 Monate lang. Danach können nach Angaben der Verbraucherzentrale NRW nur noch maximal 1000 Euro monatlich geltend gemacht werden.