Recht auf Rückgabe?

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Was beim Umtausch zu beachten ist

Neue Sportschuhe zu Weihnachten: Gefällt dem Beschenkten die Farbe nicht, kann er die Sneaker nicht ohne weiteres umtauschen. Er ist auf die Kulanz des Händlers angewiesen.
Neue Sportschuhe zu Weihnachten: Gefällt dem Beschenkten die Farbe nicht, kann er die Sneaker nicht ohne weiteres umtauschen. Er ist auf die Kulanz des Händlers angewiesen.
Friso Gentsch

Jedes Jahr landen unter dem Weihnachtsbaum auch ungeliebte Geschenke. Nach den Feiertagen beginnt der zweite Ansturm auf die Geschäfte. Doch ein Umtausch ist nicht immer möglich.

Die Krawatte zu Weihnachten kam nicht gut an. Genauso wenig wie der kitschige Wandteller. Das Problem: Die Beschenkten können die ungeliebten Präsente nicht ohne weiteres wieder in den Laden bringen. Denn bei einwandfreier Ware haben Kunden keinen Anspruch auf Umtausch. „Wenn man im Laden etwas kauft, gilt die Regel: Vertrag ist Vertrag“, sagt Edda Costello von der Verbraucherzentrale Hamburg. Dennoch kommen viele Händler ihren Kunden entgegen.

Manche Händler gewähren einen Umtausch individuell auf Nachfrage. Dann sollten sich die Käufer die ausgehandelten Konditionen unbedingt aufschreiben lassen. Im Gespräch kann man auch klären, ob es verlängerte Umtauschfristen gibt. So könne man etwa eine Rückerstattung bis zum 15. Januar aushandeln, schlägt Verbraucherschützerin Castello vor.

Oder aber an der Kasse hängt ein Aushang mit den Umtauschregeln. Manchmal stehen die Konditionen für den Umtausch auch auf der Quittung. Den Kassenzettel noch zur Hand zu haben, ist im Falle eines Umtauschs ohnehin hilfreich. Mit ihm kann man leichter beweisen, wann man die Ware gekauft hat. Hat man per Lastschrifteneinzug bezahlt, reicht der Kontoauszug.

Der Händler entscheidet, wann er Ware zurück nimmt

In jedem Fall bestimmt der Händler die Konditionen der Rückgabe. Er entscheidet, innerhalb welchen Zeitraums er die einwandfreie Ware zurück nimmt und ob das Preisetikett noch dran sein muss. Außerdem legt er fest, ob er seinem Kunden das Geld zurück gibt, ihm einen Gutschein ausstellt oder die Ware gegen ein anderes Produkt umtauscht. Die meisten Händler schließen zudem Bademode, Unterwäsche oder reduzierte Ware vom Umtausch aus. „Am besten erfragen Sie bereits beim Kauf, wie es mit einem Umtausch aus Kulanz aussieht“, rät Kai Falk, Geschäftsführer des Handelsverbands Deutschland in Berlin.

Wieder andere Umtauschregeln gelten für Geschenke, die im Internet oder per Katalog bestellt worden sind. „Im Online- und Versandhandel gilt das Fernabsatzrecht mit einer Widerrufsfrist von 14 Tagen“, erklärt Falk. Denn Bestellkunden sollen, wie Ladenkunden auch, die Möglichkeit haben, das Produkt in den Händen zu halten. Wenn es ihnen dann nicht gefällt, können sie es zurücksenden.

Selbst für einen nach den eigenen Wünschen zusammengestellten Computer aus dem Internet gilt dieses Widerrufsrecht. Hingegen gilt dieses Widerrufsrecht nicht bei verderblicher Ware oder entsiegelten CDs.

Ganz andere Regeln gelten bei mangelhafter Ware. Der Verbraucher kann defekte Ware innerhalb von zwei Jahren reklamieren. Der Käufer muss in den ersten sechs Monaten nach dem Kauf nicht beweisen, dass der Mangel von Anfang an bestanden hat. „Nach sechs Monaten aber muss der Kunde beweisen, dass der Mangel bereits beim Kauf vorgelegen hat“, erklärt Falk. Der Verkäufer kann die mangelhafte Ware zunächst zweimal reparieren. Danach muss er sie tauschen oder das Geld zurückgeben.