Mehrere Tote
Behörden empfehlen nach schwerer Grippewelle Impfung

Nach der besonders schweren und langwierigen Grippewelle der vergangenen Saison hat das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) zur Grippeschutzimpfung aufgerufen.
Nach der besonders schweren und langwierigen Grippewelle der vergangenen Saison hat das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) zur Grippeschutzimpfung aufgerufen.
Sebastian Gollnow

In der vergangenen Grippesaison waren 22 Menschen in MV an der Infektion gestorben. In diesem Jahr wird gegen vier Varianten des Virus geimpft.

Nach der besonders schweren und langwierigen Grippewelle der vergangenen Saison hat das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) zur Grippeschutzimpfung aufgerufen. In den Gesundheitsämtern stünden 20.000 Impfdosen zur Verfügung, sagte die zuständige Lagus-Abteilungsleiterin, Martina Littmann, der dpa. Es habe sich in den Vorjahren gezeigt, dass diese Menge für den öffentlichen Gesundheitsdienst ausreichend ist.

Zusätzlich zu den Gesundheitsämtern würden auch niedergelassene Ärzte die Impfungen übernehmen. Im Gegensatz zu den Vorjahren werde in dieser Saison gegen vier und nicht gegen drei Varianten des Influenza-Virus geimpft. Damit erhöhe sich die Chance auf einen umfassenden Schutz, sagte Littmann.

11.400 Infektionen in Grippesaison 2017/18

Im Laufe der gesamten Grippesaison 2017/18 hat das Amt rund 11.400 Influenza-Infektionen in Mecklenburg-Vorpommern gezählt. Das waren fast dreimal so viele wie in den beiden Vorjahren zum gleichen Zeitpunkt. Bis Anfang April waren 22 Menschen im Zusammenhang mit einer Grippe-Erkrankung gestorben. Alle gehörten mindestens einer Risikogruppe an.

Es wäre wünschenswert, wenn nach den Erfahrungen der Saison 2017/18 bei den Menschen in Mecklenburg-Vorpommern die Motivation zur Impfung für die kommende Grippesaison steigen würde, sagte Littmann. So sei die Impfung beispielsweise für über 60-Jährige empfohlen, die tatsächliche Quote liege bei rund 50 Prozent. „Je älter die Menschen werden, desto höher liegt die Bereitschaft zur Impfung.”

Insgesamt gebe es bei den Risikogruppen noch deutliche Reserven. Dazu gehörten neben den über 60-Jährigen mit chronischen Erkrankungen auch Schwangere oder jüngere Personen, die beruflich bedingt viel Kontakt zu anderen Menschen haben. Auch denjenigen, die geschwächte Menschen pflegen, werde die Impfung empfohlen.