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Besser gelegentlich viel rauchen als regelmäßig

Wer seiner Gesundheit etwas Gutes tun will, raucht gar nicht mehr. Alles andere ist Schadensbegrenzung.
Wer seiner Gesundheit etwas Gutes tun will, raucht gar nicht mehr. Alles andere ist Schadensbegrenzung.
Fotolia © ra2 studio

Wer regelmäßig zur Zigarette greift, kennt das: immer mal wieder ein fieser Husten, vor allem morgens nach dem Aufstehen. Aber warum husten Raucher eigentlich vor allem nach dem Aufwachen? Was passiert nachts in den Bronchien?

Raucher kennen es. Und auch die Partner von Rauchern kennen es nur zu gut: Gerade aufgewacht, kommt mit dem Gang ins Badezimmer ein geräuschvoller Husten, gefolgt vom Auswurf mal mehr, mal minder dunklen Schleims. Auch tagsüber räuspert, hüstelt und keucht der Betroffene.

Der Raucherhusten ist in Raucherhaushalten ein alltäglicher Begleiter. Doch nicht nur das: Mit jeder Erkältung – die Raucher in der Regel deutlich stärker plagt – wird ihnen klar, dass mit ihren Bronchien etwas anders ist. Möglicherweise ein Anlass, doch endlich mit dem Rauchen aufzuhören. Denn gegen den Raucherhusten ist kein Kraut gewachsen.„Wer raucht, schaltet die Müllabfuhr in seinen Bronchien ab“, erläutert Michael Barczok, Vorstandsmitglied im Bundesverband der Pneumologen. Denn die Flimmerhärchen in den Bronchien, die „wie ein Förderband allen Dreck nach oben abtransportieren“, erstarren im blauen Dunst.

„Funktionsfähige Flimmerhärchen sehen unter dem Elektronenmikroskop aus wie ein Getreidefeld im Wind“, fügt Petra Bubel hinzu, Landesvorsitzende des Deutschen Berufsverbands der Hals-Nasen-Ohren-Ärzte in Sachsen-Anhalt. „Als Schutz vor Eindringlingen produzieren die Bronchien Schleim, und der wird von den Härchen nach oben transportiert, wo er sich mit Speichel vermischt und unbemerkt verschluckt wird“, erklärt Bubel. Bei Rauchern kommt dieses System zum Stillstand. Und da der Effekt pro Zigarette sieben bis acht Stunden anhält, werde bei einem durchschnittlichen Raucher, um beim Bild der Müllabfuhr zu bleiben, den ganzen Tag über nicht gekehrt, sagt Barczok. „Nachts nimmt die Müllabfuhr die Arbeit wieder auf.“ Das Ergebnis: der morgendliche Husten. Er ist sogar ein gutes Zeichen: Der Körper transportiert Schadstoffe ab. Und die Flimmerhärchen können sich wieder erholen, wenn Raucher mit dem Rauchen aufhören, erläutert Tobias Raupach, Sprecher der Arbeitsgruppe Tabakprävention der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin. „Daher müssen viele zunächst etwas mehr husten, nachdem sie mit dem Rauchen aufgehört haben“, so Raupach.

Dennoch sollte der Husten Rauchern ein Warnsignal sein. Er deute auf unumkehrbare Veränderungen in den Bronchien hin, sagt Bubel. „Wenn es beim Atmen bisweilen pfeift, wenn sie schon bei leichten körperlichen Anstrengungen Atemnot haben, sollten sie zum Lungenarzt gehen.“ Viele Raucher fragen sich, was sie gegen den Husten unternehmen können. Die Antwort lautet: nichts. Sie sollten mit dem Rauchen aufhören, so die einhellige Empfehlung der Experten. Barczok warnt Raucher zum Beispiel davor, sich in der Apotheke mit schleimlösenden Mitteln auszustatten: „Die verdünnen den Schleim, und das erschwert die Arbeit der Flimmerhärchen nur.“

Eine weitere Einschätzung des Arztes mag Partyraucher in ihrem Tun entgegenkommen. Rein organisch gelte: „Wenn sie rauchen, hilft es der Arbeit der Flimmerhärchen eher, wenn sie ihre Ration nah beieinander zu sich nehmen“, sagt Barczok. Es rauche nur eben kaum jemand fünf Zigaretten auf einmal und dann sieben Stunden keine. Und die Ursachen des Hustens bekämpfe dieses Verhalten natürlich nicht.