Gefährliche Krankheit

Erstmals stirbt Vogel in Deutschland an West-Nil-Virus

Biologen des Friedrich-Loffler-Instituts schlagen Alarm: Erstmals ist in Deutschland das auch für Menschen gefährliche West-Nil-Virus (WNV) bei einem Vogel gefunden worden.

Es war eine erschreckende Feststellung: Bei einem toten Bartkauz in Halle an der Saale wurde das West-Nil-Virus (kurz WNV) festgestellt. Damit ist er der erste Vogel in Deutschland, der an diesem tödlichen Virus erkrankte. Das Tier sei Mitte August tot in seiner Voliere gefunden worden, teilte das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf der Insel Riems mit.

Das FLI ist das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit in Deutschland und beobachtet bereits seit Jahren die Verbreitung des WNV in ganz Europa. Nach Angaben des Instituts werden seit vier Wochen deutschlandweit vermehrt tote Wildvögel gefunden, die meist am Usutu-Virus verendet sind. Das West-Nil-Virus ist eng verwandt mit diesem Erreger. Das WNV wird durch blutsaugende Stechmücken übertragen, die wichtigsten Wirte sind dabei Vögel.

Epidemien bei Vögeln möglich

Bei Vögeln bleibe eine Infektion mit dem West-Nil-Virus meist symptomlos, erläuterte das Institut. Eine Reihe von Vogelarten sei jedoch empfänglich für den Erreger, so dass es zu massiven Epidemien mit Todesfällen kommen könne.

In einigen Fällen kann auch eine Übertragung auf Pferde und sogar Menschen stattfinden. Das Virus tritt seit Jahren bei Menschen und Tieren in Süd- und Südosteuropa auf, z.B. in Italien, Griechenland, und Kroatien. Zuletzt gab es zudem Vorfälle in Österreich und Tschechien.

Infektion beim Menschen

Die Infektion beim Menschen verläuft in etwa 80 Prozent der Fälle symptomlos. Bei den übrigen Fällen treten meistens nur leichte Krankheitssymptome wie Fieber oder grippeähnliche Erscheinungen auf. Dieser typische Verlauf der Krankheit wird deshalb auch als „West-Nil-Fieber“ bezeichnet.

Bei weniger als einem Prozent der Infektionen kommt es allerdings zu einem schweren fieberhaften Krankheitsverlauf mit Meningitis oder Enzephalitis, der zu bleibenden neurologischen Schäden führen kann und in seltenen Fällen sogar tödlich endet. In Deutschland wurden bisher noch keine Krankheitsfälle von Mensch oder Pferd festgestellt.

Die Biologen des Friedrich-Loeffler-Instituts können indes nur mutmaßen, wie der Bartkauz an dem Virus erkrankte. Weitere Nachforschungen über das Virus und zum Vorkommen über am WNV erkrankten Stechmücken in der Gegend um Halle sollen mehr Aufklärung bringen.

Natalie Meinert

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