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Fehlen dem Nordosten Ärzte?

Eine Arztpraxis in Brandenburg hat geschlossen.
Eine Arztpraxis in Brandenburg hat geschlossen.
Patrick Pleul

Patienten, die in den Nordosten ziehen und krank werden, können Pech haben. Denn nur wenige Ärzte nehmen noch neue Patienten auf.

„Die Auslastung beträgt über 100 Prozent”, sagt die Sprechstundenhilfe einer Hausarztpraxis in Neubrandenburg. Teilweise müssten Patienten jetzt schon drei Stunden im Wartezimmer warten. „Irgendwann muss man eine Grenze ziehen.”

Gibt es im Nordosten zu wenige Hausärzte? Die Kassenärztlichen Vereinigungen in MV und Brandenburg verweisen auf die Beschlüsse des Landesausschusses der Ärzte und Krankenkassen: Sie haben gemeinsam eine sogenannte Bedarfsplanung erstellt, in der Zulassungsmöglichkeiten und Sperren vermerkt sind. Darin steht, dass in vielen Städten keine neuen Ärzte mehr zugelassen werden, unter anderem in Neubrandenburg, Anklam, Greifswald, Stralsund und Prenzlau.

Was haben Sie schon erlebt?

Die Kassenärztlichen Vereinigungen kritisieren das System zur Berechnung des Ärztebedarfs. Die Besonderheiten des Nordostens würden nicht genügend berücksichtigt. Schließlich sei der öffentliche Nahverkehr immer weiter ausgedünnt worden und hier lebten viele ältere Menschen, die weite Wege zum nächsten Arzt nicht schaffen könnten, so die Vereinigung in MV.

Kennen auch Sie diese Probleme? Wir suchen Menschen aus der Region, die über Ihre Erfahrungen – ob gut oder schlecht – sprechen wollen. Sie können unter dem Artikel kommentieren oder unseren Autor einfach anschreiben: m-lindner[at]nordkurier.de.