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Zusatzbeitrag für Krankenversicherung

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Kassen drehen an der Beitragsschraube

Welchen Zusatzbeitrag sie erheben, regelt jede Krankenkasse anders.
Welchen Zusatzbeitrag sie erheben, regelt jede Krankenkasse anders.
Harald Tittel

Der Wettbewerb ist eröffnet. Die Krankenkassen können künftig einen frei bestimmbaren Zusatzbeitrag verlangen. Demnächst werden 50 Millionen Versicherte wohl Post bekommen.

Die gesetzlichen Krankenkassen legen nach und nach die Karten auf den Tisch und geben ihre Zusatzbeiträge für das nächste Jahr bekannt: Für die meisten Versicherten wird sich nach Einschätzung von Gesundheitsexperten nicht viel ändern. Um ihre Mitglieder im ersten Jahr mit neuen Wettbewerbsregeln nicht zu vergraulen, dürften viele Kassen auf ihre Reserven zurückgreifen und die Beiträge weitgehend stabil halten. Für einige Versicherte wird es sogar etwas billiger.

Zum 1. Januar wird der allgemeine Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) auf 14,6 Prozent (bisher 15,5 Prozent) gesenkt. Diesen Satz zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu gleichen Teilen. Es entfällt der bisherige Sonderbeitrag von 0,9 Prozent, den nur die Mitglieder zu zahlen hatten. Dafür kann jede Kasse ab Januar einen Zusatzbeitrag von den Mitgliedern erheben, über dessen Höhe sie selbst entscheidet.

Sonderkündigungsrecht bei Zusatzbeitrag

Als eine der größten Kassen hat die Techniker Krankenkasse bekannt gegeben, einen zusätzlichen Obolus von 0,8 Prozent zu verlangen. Die TK-Versicherten zahlen deshalb im kommenden Jahr 15,4 Prozent statt bisher 15,5 Prozent. Die AOK Nordost, die Innungskrankenkasse Nord (IKK) und Barmer GEK haben einen Zusatzbeitrag von 0,9 Prozent festgesetzt und behalten somit einen Gesamtbeitrag von 15,5 Prozent bei.

Erhebt eine Krankenkasse einen Zusatzbeitrag, steht dem Mitglied ein Sonderkündigungsrecht zu. Seine Kasse muss ihn sogar auf günstigere Angebote aufmerksam machen. Die Kündigung wird zum Ablauf des übernächsten Kalendermonats wirksam - kündigt ein Versicherter im Januar wechselt er zum ersten April in die neue Kasse.

Verbraucherexperten raten dazu, beim Wechsel nichts zu überstürzen. "Wenn es nur um ein paar Euro geht, sollte man sich diese Entscheidung gut überlegen", rät Wiebke Cornelius von der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland. Versicherte sollten in Ruhe die Anbieter vergleichen und dabei auch abwägen wie wichtig ihnen zusätzlich angebotene Leistungen sind.