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Toxische Stoffe

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Nagelkleber kann Allergien verursachen

So schön die Fingernägel nach einem Besuch im Nagelstudio auch aussehen - es ist nicht ungefährlich.
So schön die Fingernägel nach einem Besuch im Nagelstudio auch aussehen - es ist nicht ungefährlich.
Gero_Breloer

Jeder will sie haben – gepflegte Fingernägel. Doch die chemischen Keulen, die in den Studios verwandt werden, können im wörtlichen Sinne hochexplosiv sein.

Bestimmte Gefahrenstoffe, die in Nagelstudios verwendet werden, können Haut- und Atemwege reizen sowie allergische Hautreaktionen verursachen. Davor warnt jetzt das Landesgesundheitsamt Mecklenburg-Vorpommern. „Gefährdungen können im Wesentlichen durch den Einsatz von Nagelklebern oder Kunstnagelentfernern – also Lösemittel – und durch Feinstaubfreisetzung beim Bearbeiten der Nägel entstehen“, sagt Amtsleiter Dr. Heiko Will. Die Aufnahme erfolge über Haut- und Schleimhautkontakt oder durch Inhalation über die Atemwege.

Nachbarn beschwerten sich über Geruch

Besondere Obacht gilt für Acrylat-Monomere, die für die Nagelmodellage verwandt werden: „Das sind leicht entzündliche Flüssigkeiten, deren Dämpfe mit Luft ein explosives Gemisch bilden“, warnt der Gesundheitsamts-Chef. Außerdem riechen sie schon bei minimaler Konzentration sehr intensiv und könnten so auch als störend im Umfeld von Nagelstudios empfunden werden. Und tatsächlich: Das Landesamt ist vor allem wegen zunehmender Beschwerden über Geruchsbelästigungen von benachbarten Mietern auf die Studios aufmerksam geworden. Diese Acrylat-Monomere sind es auch, die Haut und Atemwege reizen und allergische Hautreaktionen hervorrufen. Eines davon ist Methylmethacrylat (MMA), das in importierten Stoffen für die Nagelmodellage enthalten ist. Das Bundesamt für Risikobewertung rät deshalb: Finger weg von Mitteln, die MMA in Konzentrationen ab 80 Prozent enthalten. Die Alternative: Lichthärtende Gel-Systeme ohne MMA. „Diese Variante ist aber weitaus kostenintensiver und wird deshalb auf dem Markt bislang wenig angewandt“, sagt Will.

Schutzmaßnahmen müssen verbessert werden

Kontrollen des Landesamtes in diversen Studios haben unterdessen ergeben, dass der Umgang mit Abfällen teilweise mangelhaft ist. Das trifft auch auf die Lagerung, Beschriftung und Kennzeichnung der Behälter zu. Die Kontrolleure fanden auch in keinem der Studios Vorrichtungen zur Absaugung der Stäube am Arbeitsplatz. Mund-Nasen-Schutzmasken wurden hingegen in allen inspizierten Studios vorgefunden. Auch Hautreinigungs- und Pflegemittel waren in der Regel vorhanden. „Der Umgang mit Gefahrenstoffen ist den Betreibern und Beschäftigten durchaus bewusst, die notwendigen Arbeitsschutzmaßnahmen aber sind verbesserungswürdig“, so Amtsleiter Will. Und er betont: Die Betreiber der Nagelstudios seien als Arbeitgeber verpflichtet, die Arbeit mit Gefahrenstoffen sicher zu gestalten und zu vermeiden, dass das Personal oder Kunden solchen Materialien ausgesetzt werden.