WERBETRICKS

So werden Kunden bei Fleisch in die Irre geführt

Gerade bei der Ausweisung von Rinder- und Schweinefleisch haben die Verbraucherzentralen bei einer aktuellen Stichprobe systematische Trickserei festgestellt.
dpa
Woher kommt dieses Fleisch? Wie wurde das Tier gehalten? Statt der ganzen Wahrheit finden Kunden oft beschönigende Werbung auf der Verpackung, kritisieren Verbraucherschützer.  
Woher kommt dieses Fleisch? Wie wurde das Tier gehalten? Statt der ganzen Wahrheit finden Kunden oft beschönigende Werbung auf der Verpackung, kritisieren Verbraucherschützer. Oliver Berg
Potsdam.

„Weidehaltung“, „mehr Platz“, „kleinere Tiergruppe“: Viele Labels und Werbeslogans versprechen Kunden Fleisch mit besseren Tierstandards. Doch die Botschaften seien selten nachvollziehbar, verlässlich und bieten kaum Orientierung, kritisieren die Verbraucherzentralen nach einer bundesweiten Untersuchung in 17 Supermärkten und Discountern.

Die Verbraucherschützer sprechen sogar von einem Verwirrspiel. Speziell bei Schweine- und Rindfleisch gebe es beschönigende Auslobungen. So zeigte zum Beispiel bei einem Schweine-Minutensteak ein Foto auf der Verpackung Schweine in Freilandidylle. Das daneben abgebildete Haltungszeugnis der Stufe 1 entsprach jedoch lediglich dem gesetzlichen Mindeststandard der
Stallhaltung.

Für Geflügelfleisch gibt es Normen

Mit solchen Marketing-Tricks würden Verbraucher hinters Licht geführt. „Ihre Erwartung, Fleisch aus vermeintlich besserer Tierhaltung zu kaufen, wird enttäuscht“, kritisiert Lebensmittelexpertin Annett Reinke von der Verbraucherzentrale Brandenburg. „Begriffe wie artgerecht, tiergerecht oder Tierwohl sind rechtlich nicht geschützt, werden aber willkürlich genutzt“, erklärt die Münchner Verbraucherschützerin Jutta Saumweber.

Lediglich bei Geflügel gebe es festgeschriebene EU-Vermarktungsnormen. Bezeichnungen wie „extensive Bodenhaltung“, „Freilandhaltung“, „bäuerliche Freilandhaltung“ und „bäuerliche Freilandhaltung – unbegrenzter Auslauf“ seien eindeutig definiert. Sie schreiben genau vor, wie viel Platz die Tiere haben, wie groß ihr Auslauf ist und wie sie gefüttert werden.

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