Leser-Fragen

Von Booster-Nachweis bis 2G-Ausnahmefall

Wie kann eine Booster-Impfung nachgewiesen werden und wie sieht der Versicherungsschutz im Homeoffice aus? Den Nordkurier haben wieder viele Fragen zu Corona-Regeln erreicht.
Auch nach der Boosterimpfung, die im Impfpass dokumentiert wird, kann man sich ein Impfzertifikat mit einem QR-Code ausstellen
Auch nach der Boosterimpfung, die im Impfpass dokumentiert wird, kann man sich ein Impfzertifikat mit einem QR-Code ausstellen lassen. Stefan Puchner
Schwerin

Ich arbeite im Homeoffice. Inwiefern bin ich da gegen Unfälle versichert?

Nach Angaben der Finanztip Stiftung gibt es dafür seit Sommer dieses Jahres neue Regelungen. Wenn man zum Beispiel im Homeoffice tätig ist und sein Kind in die Kindertagesstätte bringt und dabei verunglückt, ist man jetzt versichert. Denn dann springt die gesetzliche Unfallversicherung ein, als ob man auf dem Weg in den Betrieb das Kind wegbringt. Vorher war das nicht der Fall.

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Voraussetzung in diesem Fall ist aber, dass das Kind im gemeinsamen Haushalt lebt und der Weg direkt vom heimischen Schreibtisch zur Kita und zurück führt. Wer zwischendurch zum Beispiel noch Einkaufen geht, ist dann nicht mehr versichert. Auch insgesamt wurde der gesetzliche Versicherungsschutz im Homeoffice-Fall verbessert. So ist jetzt nicht mehr nur der Gang zum Drucker, sondern auch zur Toilette oder in die Küche versichert, etwa wenn man sich eine Tasse Kaffee holt. Dennoch bleiben noch Lücken. Zum Beispiel ist in der Regel nicht versichert, wer zwischendurch im Treppenhaus ein Paket annimmt.

Wer im Homeoffice, auf der Arbeit oder auf dem Weg dorthin einen Unfall erleidet, muss sich von einem sogenannten Durchgangsarzt untersuchen lassen. Zudem muss der Arbeitgeber umgehend informiert werden, damit dieser den Unfall der Versicherung melden kann. Der gesetzliche Unfallschutz ist in Deutschland kostenlos.

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Ich habe auf meinem Handy die CovPass-App. Sie sagt aber nur ein Jahr Gültigkeit aus. Wie wird dann die dritte Impfung darin ausgewiesen?

Auch mit der dritten, sogenannten Booster-Impfung erhält man ein neues Zertifikat. Dieses Dokument kann man in der App unter der Rubrik Zertifikate hinzufügen.

Ich habe nur noch eine Einzelniere, und mein Hausarzt rät deshalb von einer Impfung ab. Wie ist es mir möglich, am gesellschaftlichen Leben unter der 2-G-Regel teilzunehmen?

Nach Auskunft des Gesundheitsministeriums Mecklenburg-Vorpommern ist eine Einzelniere grundsätzlich keine Kontraindikation für eine Impfung. Im Gegenteil, die mögliche und reale Gefahr einer Schädigung der verbliebenen Niere bei einer Covid-19-Erkrankung begründe sogar explizit eine individuelle Impfempfehlung.

Allerdings kenne der Arzt selbstverständlich die gesamte Krankengeschichte des Patienten. Sofern er auf dieser Grundlage aufgrund einer medizinischen Kontaindikation keine Impfung vornehme, dann gelte im 2-G-Fall eine Ausnahmegenehmigung gemäß Landescoronaverordnung (§ 1 – Absatz 6). Unter Vorlage eines medizinischen Attests und eines tagesaktuellen Negativtests sei die Teilnahme unter 2-G-Regeln möglich.

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Ich bin seit etwa einem halben Jahr genesen. Mein Hausarzt hat bei mir einen Antikörpertest durchgeführt und einen Wert von 220 festgestellt. Gibt es eigentlich eine verbindliche Aussage, wie hoch der Antikörperwert sein muss?

Nein, einen solchen Wert gebe es nicht, sagt ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Bislang sei nicht bekannt, wie hoch die Antikörperkonzentration sein muss, um nach durchgemachter SARS-CoV-2-Infektion von einem sicheren Schutz ausgehen zu können. Es sei unklar, ob sich derartige Antikörper-Grenzwerte überhaupt etablieren ließen und wie zuverlässig sie seien.

Mittels eines Antikörpertests könne auch nicht auf den Zeitpunkt der Infektion geschlossen werden. Angesichts dieser eingeschränkten Aussagekraft und der begrenzten Vergleichbarkeit der Tests stellten Antikörpertestungen bei ungeimpften Personen zum Nachweis eines Genesenenstatus auch keinen ausreichend validen Nachweis der Immunität dar.

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