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Von Geburt an dick? Wer das glaubt, lebt ungesünder

Frank Leonhardt/Symbolbild

Erbanlagen beeinflussen zwar das Körpergewicht - aber nur als ein Faktor unter vielen. Dennoch glauben viele Menschen, es sei angeboren, ob man dick oder dünn ist. Für das eigene Verhalten kann das fatale Folgen haben.

Für das eigene Verhalten kann die Annahme, Übergewicht sei angeboren, fatale Folgen haben. Das erläutern die Psychologen Mike Parent und Jessica Alquist von der Texas Tech University in Lubbock im Fachjournal "Health Education und Behavior". Wer Gewicht für genetisch festgelegt halte, lebe im Mittel weniger gesund - und sei es in der Folge auch.

Patienten zum Abnehmen motivieren

Wie die beiden Forscher herausfanden, tendieren Menschen in dem Glauben, ihr Übergewicht sei angeboren, dazu, sich weniger gesund zu ernähren und auch weniger Sport zu treiben. Vor allem ältere Menschen würden auf zusätzliche Bewegung verzichten, während Jüngere öfter zu ungesundem Essen griffen. Für die Studie wurden die Daten von rund 4200 Männern und 4700 Frauenn ausgewertet. Die Probanden wurden unter anderem gefragt, wie oft sie Obst und Gemüse zu Hause verspeisen und wie oft sie auf Fertiggerichte ausweichen. Parent und Alquist schlussfolgern, dass Psychologen, Mediziner und Ernährungsberater zukünftig ihre übergewichtigen Patienten darauf hinweisen sollten, dass sie ihr Gewicht durchaus beeinflussen können, sei es durch mehr Bewegung oder eine gesündere Nahrungsmittelwahl.

MV bundesweit Spitzenreiter

Dem Statistischen Bundesamt zufolge sind in Mecklenburg-Vorpommern rund 60 Prozent der Erwachsenen leicht (39,4 Prozent) oder stark übergewichtig (20,6 Prozent). Das geht aus den Daten des Mikrozensus 2013 hervor. Der Anteil Übergewichtiger ist seit den letzten Erhebungen damit weiter gestiegen. Im Ländervergleich hatte Mecklenburg-Vorpommern 2013 den höchsten Anteil Übergewichtiger (ab einem Body-Max-Index von 25) und auch den höchsten Anteil stark Übergewichtiger (ab BMI 30).

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