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Warum es sich lohnt, Blut zu spenden

98 Mal lag der Neubrandenburger Volker Brasch schon auf einer der Liegen im Blutspendezentrum des DRK.
98 Mal lag der Neubrandenburger Volker Brasch schon auf einer der Liegen im Blutspendezentrum des DRK.
Mielke

Jeder dritte Deutsche könnte, aber nur drei Prozent tun es: Blut spenden. Ein ehemaliger Schulleiter erzählt, warum er sich seit 26 Jahren immer wieder an die Kanüle hängen lässt.

Seit dem Herbst 1989 lässt Volker Brasch regelmäßig Blut fließen. 98 Mal schon hat er sich 500 Milliliter Blut abnehmen lassen. „Dienst am Menschen war für mich immer schon Berufung“, sagt der ehemalige Schulleiter und jetzige Rentner. „Vor allem, wenn es mich so gut wie nichts kostet.“ Außer Zeit, aber die gute halbe Stunde für sechsmal Spenden im Jahr habe man schon. Dafür bekommt man schließlich auch eine ordentliche Brotzeit, das Gefühl, etwas Gutes getan zu haben und einen kostenlosen Gesundheitscheck, bei dem andere Sachen überprüft werden als beim Hausarzt, wie Iris Kraus, Werbeleiterin beim DRK-Blutspendedienst MV erklärt.

Vor der Abnahme wird zunächst einmal der Hämoglobinwert des Spenders überprüft. Ist der zu niedrig, wird der Spendenwillige wieder nach Hause geschickt – mit Eisen-Präparaten. Direkt nach der Spende wird der Lebenssaft dann auf irreguläre Blutgruppen-Antikörper sowie auf alle Hepatitis-Formen, Syphilis und auf HIV- Infektionen untersucht. Erst wenn die Befunde zweifelsfrei in Ordnung sind, wird die Spende zur weiteren Verwendung freigegeben. Erscheint irgendetwas auffällig, wird der Spender informiert. 

Schlechte Erfahrungen beim Spenden hat der 65-jährige Volker Brasch nie gemacht. „Ich habe die Entnahme immer gut überstanden“, sagt er. Das Wichtigste sei, dass man vorher viel trinke und esse, dann läuft es auch. Angst brauche niemand zu haben.

Und es gibt noch einen weiteren positiven Effekt für regelmäßige Spender. „Studien haben bewiesen, dass der Körper einen Blutverlust besser tolerieren kann“, so Iris Kraus. Regelmäßige Spender, die durch einen Unfall selbst einen Blutverlust erleiden, können neues Blut viel schneller nachbilden als „Nicht-Spender“. Das heißt, es gibt einen Trainingseffekt – der das eigene Leben retten kann.