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Bündnis empört sich über Verhalten der Polizei

Bei einer NPD-Kundgebung in Greifswald soll es zu einem Angriff auf Gegendemonstranten gekommen sein. Die Polizei habe erst nur zugesehen, wirft ihr das Aktionsbündnis "Greifswald Nazifrei" vor.
Bei einer NPD-Kundgebung in Greifswald soll es zu einem Angriff auf Gegendemonstranten gekommen sein. Die Polizei habe erst nur zugesehen, wirft ihr das Aktionsbündnis "Greifswald Nazifrei" vor.
Friso Gentsch

Bei einer Neonazi-Kundgebung in Greifswald soll ein Rechtsradikaler einen Gegendemonstranten mit Fußtritten traktiert haben. Die Polizei schritt erst nach mehrmaligem Bitten anderer Teilnehmer ein. So sieht es zumindest das Bündnis "Greifswald Nazifrei".

Das Bündnis "Greifswald Nazifrei" zeigt sich empört über den Umgang der Landespolizei bezüglich der Vorfälle rund um die NPD-Kundgebung in Greifswald am 29. Juli. Die Polizei stelle die NPD-Funktionäre in der Öffentlichkeit als Opfer dar, während sie gleichzeitig Gewalttaten der Rechten an diesem Tag ignoriert habe, wie das Bündnis schreibt.

Am Rande der Kundgebung sollen mehrere Kader des „NPD-Ordnerdienstes“ auf Teilnehmende der angemeldeten Gegendemonstration losgegangen sein. Ein Neonazi aus Greifswald habe einen Gegendemonstranten mit einem Fußtritt verletzt, so das Bündnis. Obwohl Polizeikräfte in unmittelbarer Nähe standen, reagierten sie zunächst nicht und nahmen erst nach vehementen Aufforderungen von Danebenstehenden die Personalien des Neonazis auf, sagt Cornelia Schulze, Pressesprecherin des Bündnisses. "Jedoch weigerten sie sich, eine Strafanzeige des Verletzten aufzunehmen."

Allerdings veröffentlichte die Polizei wenig später eine Pressemitteilung, wonach der NPD-Landesvorsitzende Stefan Köster Strafanzeige erstattet habe, weil er bei besagter Kundgebung von einem Eierwurf verletzt worden sei. „Es ist skandalös, dass die Polizei ausgerechnet Köster, der wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt wurde, weil er eine Gegendemonstrantin mit Fußtritten verletzte, eine Bühne als Opfer bietet“, so Schulze weiter. „Dies ist ein Schlag ins Gesicht für alle Opfer rechter Gewalt und zeigt, dass die Polizei die Gefahr von Rechtsaußen leider immer nicht wirklich Ernst nimmt.“