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Grüner wird neuer Oberbürgermeister in Greifswald

Stefan Fassbinder eroberte das Greifswalder Rathaus denkbar knapp. Er war für ein Bündnis von Grünen, SPD, Linken und der Piratenpartei angetreten.
Stefan Fassbinder eroberte das Greifswalder Rathaus denkbar knapp. Er war für ein Bündnis von Grünen, SPD, Linken und der Piratenpartei angetreten.
Stefan Sauer

Was für ein Wahl-Krimi! Stefan Fassbinder (Grüne) ist am Sonntag zum neuen Oberbürgermeister der Stadt Greifswald gewählt worden. Eine hauchdünne Mehrheit sicherte ihm den Sieg über seinen Gegner Jörg Hochheim (CDU).

Wahl-Sensation in der Kreisstadt von Vorpommern-Greifswald: Der Grüne Stefan Fassbinder hat die Stichwahl um das Amt des Oberbürgermeisters mit hauchdünnem Vorsprung gewonnen. Der 48-jährige Historiker erhielt am Sonntag dem vorläufigen Wahlergebnis zufolge 50,05 Prozent der Stimmen.

Sein Gegenkandidat Jörg Hochheim (CDU) erhielt 49,95 Prozent der Stimmen. Die beiden trennten gerade einmal 15 Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 35,27 Prozent, insgesamt wählten 16432 Greifswalder.

Fassbinder war für ein Bündnis von Grünen, Linker, SPD und der Piratenpartei angetreten und war im ersten Wahlgang vor zwei Wochen noch klar gegen seinen CDU-Herausforderer Jörg Hochheim unterlegen. Damals fehlten Hochheim nur wenige Stimmen zur absoluten Mehrheit, die ihn direkt ins Rathaus gebracht hätte. Er erhielt am 26. April 49,7 Prozent der Stimmen, Fassbinder kam auf 44,2 Prozent.

CDU seit der Wende an der Macht

Der dritte Kandidat, Björn Wieland, der für die Spaßpartei "Die Partei" angetreten war, erhielt 6,1 Prozent der Stimmen und stand somit bei der Stichwahl nicht mehr zur Wahl.

Die CDU hatte seit der Wende ununterbrochen den Oberbürgermeister gestellt. Zudem bildet sie seit der Wende die stärkste Fraktion in der Greifswalder Bürgerschaft, verlor dort aber bei den vergangenen Kommunalwahlen regelmäßig Stimmanteile, zuletzt 2014.

Hochheim und Fassbinder hatten sich in den vergangenen Wochen einen relativ abgekühlten Wahlkampf geliefert, aus dem hervorging, dass die beiden thematisch dicht beieinander lagen. Auf ihren Plakaten warben sie mit Sprüchen wie "Eine Stadt für alle" (Fassbinder) und "Greifswald gemeinsam gestalten" (Hochheim). Erst in den letzten Tagen vor der Stichwahl hatten die Kandidaten ihren Wahlkampf-Aufwand merklich erhöht.

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