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Mit leisen Tönen treffen sie ins Mark

Lasse Huckfeldt überzeugte mit leisen Tönen und tiefsinnigen Texten.
Lasse Huckfeldt überzeugte mit leisen Tönen und tiefsinnigen Texten.
Katja Müller

Ein Ohrenschmaus der besonderen Art: Ron Diva und Lasse Huckfeldt waren zu Gast in Greifswald.

Es sind die kleinen Konzerte, die sie so lieben. Doch sie sind es auch, die den Puls der Musiker in die Höhe treiben. „Hier kannst du jedem quasi direkt in die Augen schauen. Und du siehst die Reaktionen. Das ist schon nicht ohne“, meint Ron Diva kurz vor dem Auftritt im Greifswalder Café Koeppen.

Er dreht noch einmal eine kleine Runde vor der Tür. Und dann sucht der Singer und Songwriter sich einen Platz im Publikum. Denn nicht nur er steht an diesem Abend auf der Bühne. Nachwuchsmusiker Lasse Huckfeldt ist ebenso Gast im Café Koeppen. Eben diesen kleinen Ort, wo das Team ein Händchen für gute Musiker hat. Lasse Huckfeldt ist Support von Ron Diva.

Keine Bitte um Iron-Maiden-Songs

Er erzählt von verpatzten Konzerten, falschen Läden. Der sympathische Lübecker ist an diesem Abend jedoch richtig. In Greifswald bittet ihn niemand, doch mal was von Irion Maiden zu spielen, wie er es schon erlebt hat. Hier lauscht man den leisen Tönen des Blondschopfes. Sympathisch kommt er daher, mit selbst gestrickten Armstulpen und zerschlissener Jeans. So bodenständig, wie er wirkt, sind auch seine Lieder. Sie geben Einblicke in traurige Zeiten, ohne aber in melancholische Abgründe zu driften. „Ich fühle mich da zu Hause, wo es nett ist. Und hier ist es nett“, sagt er schüchtern und stimmt einen seiner neuen Songs an.

Vier Wochen hat Lasse Huckfeldt abgeschieden und allein in einer Hütte an einem dänischen Fjord verbracht. „Ich musste mal raus, alles hinter mir lassen“, erzählt der 27-Jährige. Entstanden sind wunderschöne Lieder wie „Ab und zu“, das auch auf die neue Platte kommt. „In zwei, drei Wochen wird sie fertig sein“, verspricht Lasse Huckfeldt.

Eine Reise zu sich selbst

Den Geschmack von Ron Diva hat der gebürtige Hamburger getroffen. „Das hat mir gefallen, ehrlich. Das war gut“, bedankte er sich. Die nächsten zwei Stunden nahm Ron Diva das Publikum im Café Koeppen mit auf eine Reise zu sich selbst. Doch es war nicht die Art von Therapie mit weißem Kittel und Ledercouch. Es waren die leisen Töne, die bis ins Mark gingen und die Texte, die zum Nachdenken anregten. „Ich habe ihn 2009 bei Inas Nacht gesehen und wollte das jetzt auch mal live erleben“, sagt Anne Schröder. Die Greifswalderin war begeistert. Mit der neuen CD und überglücklich trat sich weit nach Mitternacht den Heimweg an. Sie ist ein noch größerer Freund von Ron Divas Musik geworden. „Damals hat man ihn ja nur kurz im TV gesehen, aber hier kam er echt sympathisch rüber“, sagt sie und strahlt.

Den Plaudereien aus dem Nähkästchen lauschten die Gäste ebenso gern wie seiner Musik. Wer hätte schon gedacht, dass Ron Diva einmal für die junge Uschi Glas als Apanatschi in den Winnetou-Filmen geschwärmt oder sich sogar als Kinderliedautor versucht hat. Beim Versuch ist es bislang geblieben, doch seine Lieder „für Erwachsene“ sind mehr geworden. Und das ist auch gut so. Denn wer hätte der Welt wohl sonst auf so charmante Weise erklärt, dass ein Freigetränk noch keine Liebeserklärung ist?!